Verlust der Sehkraft

Spezieller Schlafsack soll Augenschäden bei Astronauten verhindern

Robert Klatt

Astronauten verlieren bei langen Aufenthalten im Weltraum ihre Sehkraft. Ein neuer Schlafsack soll dies verhindern und so bei Missionen zum Mars helfen.

Dallas (U.S.A.). Längere Missionen im Weltraum können zu anhaltenden Schäden am  Gehirn der Astronauten führen. Außerdem ist bekannt, dass Astronauten in der Schwerelosigkeit deutlich an Sehschärfe verlieren. Diese Beeinträchtigung tritt bei etwa 50 Prozent der Personen auf, die mehr als sechs Monate auf der Internationen Raumstation (ISS) verbrachten. Bei einem Teil der Betroffenen sind die Probleme so stark, dass sie bei der Durchführung von Experimenten und beim Lesen Hilfe brauchten.

Nach ihrer Rückkehr auf die Erde kehrt die Sehkraft meist innerhalb kurzer Zeit vollständig zurück. Ausgelöst wird dieser Prozess durch Körperflüssigkeiten, die sich auf der Erde beim Schlafen im Kopf sammeln und beim Aufstehen wieder herausgedrückt werden. Dieser Vorgang funktioniert auf der ISS nicht.

Schlafsack soll Körperflüssigkeiten beeinflussen

Die NASA hat deshalb in einer Ausschreibung um eine Lösung für dieses Problem gebeten. Wissenschaftler des University of Texas Southwestern Medical Center (UTSW) haben daraufhin einen speziellen Schlafsack entwickelt, der bei Langzeitmissionen im Weltraum Körperflüssigkeiten aus dem Kopf der Astronauten saugen soll. Dies soll verhindern, dass diese in der Schwerelosigkeit auf die Augäpfel drücken und dabei Verformungen verursachen.

„Es wäre eine Katastrophe, wenn Astronauten so schwere Sehschäden erleiden würden, dass sie nicht mehr sehen, was sie tun und die Mission gefährden“, so Benjamin Levine, ein an der Entwicklung beteiligter Kardiologe.

Erprobung auf Parabelflügen

Laut den beteiligten Wissenschaftlern benötigte die Entwicklung des Schlafsacks mehrere Jahre. Dabei wurde dieser unter anderem bei Parabelflügen, in denen für kurze Zeit Schwerelosigkeit herrscht, erprobt. Es entstand so ein Gerät, das von der Hüfte an nach unten über die Beine gezogen wird. Dieses saugt beim Schlafen Körperflüssigkeiten nach unten und verringert dadurch den Druck auf die inneren Organe im Kopf.

Bevor der neue Schlafsack tatsächlich im Weltraum genutzt werden kann, sind aber noch Fragen zu klären. Besonders mögliche Langzeitfolgen der Nutzung sind noch nicht erforscht. Laut den Entwicklern soll der Schlafsack aber spätestens, wenn Menschen zum Mars fliegen, das Spaceflight Associated Neuro-Ocular Syndrome (SANS) verhindern können.

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