RV Investigator

Spektakulärer Meteorit zufällig von Forschungsschiff gefilmt

Robert Klatt

Ein Forschungsschiff in der Tasmanischen See hat zufällig Aufnahmen von einem spektakulären Meteoriten angefertigt.

Canberra (Australien). Die Erdatmosphäre wird ständig von kleinen und großen Gesteinsbrocken aus dem Weltraum getroffen. Kleine Staubteilchen, die den Großteil davon ausmachen, verglühen bereits in der oberen Atmosphäre. Brocken mit einem Durchmesser von maximal 20 Metern gelangen zwar bis in die untere Atmosphäre, werden dort von der enormen Reibungsenergie aber zerstört und explodieren dann.

Wie Astronom Glen Nagle vom Forschungsinstitut Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) erklärt, „treten mehr als 100 Tonnen kosmischer Trümmer jeden Tag in die Erdatmosphäre ein.“ Ein Teil dieser Brocken kann als leuchtender Feuerball am Himmel wahrgenommen werden. Laut Nagle „bleibt der größte Teil davon allerdings unentdeckt, weil diese Ereignisse über unbewohnten Gegenden wie dem Südozean stattfinden.“

RV Investigator filmt Meteoriten über der Tasmanischen See

Am 18. November 2020 konnte das zur CSIRO gehörende Forschungsschiff RV Investigator zufällig einen solchen spektakulären Feuerball filmen. Das Schiff befand sich dabei etwa 100 Kilometer südlich der Tasmanischen Küste, wo es eigentlich den Meeresgrund kartieren sollte.

Dabei filmten die Schiffskameras einen extrem hellen grünlichen Feuerball, der schnell über den Himmel raste und dabei in mehrere Teile zerbrach. Wie Nagle erklärt „heizt die Reibung einen Meteoriten stark auf, wenn dieser mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt.“ Dabei wird seine kinetische Energie in Licht, Hitze und Schall umgewandelt.

Laut CSIRO-Wissenschaftler John Hooper „waren die Wissenschaftler beim Ansehen der Aufzeichnungen von der schier unglaublichen Größe und Helligkeit dieses Meteoriten verblüfft.“ Verstärkt wurde der unglaubliche Anblick dadurch, dass der Meteorit wie Hooper erklärt „wirklich direkt vor dem Schiff über den Himmel raste.“

Beobachtet werden konnte dieses Naturschauspiel auch von Einwohnern auf Tasmanien. Eine Aufzeichnung der Flugbahn gelang aber nur den Kameras der RV Investigator. Nagle sagt dazu, dass „Kameras heute überall sind, in unseren Taschen und in unseren Städten. Aber sie müssen zur richtigen Zeit in die richtige Richtung zeigen – und bei unserem Schiff war das der Fall“

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