Mission Mandrake II

Militärsatelliten kommunizieren im Weltraum per Laser

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Das US-Militär hat erstmals zwischen Satelliten eine optische Kommunikationsverbindung aufgebaut
  • Im Rahmen der Mission Mandrake II wurden Daten per Laser mit 200 Gigabit übertragen 
  • In Zukunft soll auf Basis der Technik ein Kommunikationsnetzwerk aus 500 Satelliten entstehen 

Das US-Militär hat erstmals über eine optische Kommunikationsverbindung mittel Laser zwischen zwei Satelliten Daten mit Breitbandgeschwindigkeit ausgetauscht. In Zukunft soll auf Basis der Technik ein gigantisches Satellitennetzwerk im erdnahen Orbit entstehen.

Arlington (U.S.A.). Ein Großteil der aktuellen Militärsatelliten der U.S.A. befinden sich in geostationären Umlaufbahnen. Sie können so jederzeit von der Erde per Funk erreicht werden. Laut der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), einer Behörde des Verteidigungsministeriums, werden die Satelliten in dieser „zunehmend umkämpften Umgebung im Weltall“ aber immer verwundbarer. Werden die beschädigt oder zerstört, kann der Ersatz Jahre dauern.

Die DARPA hat deshalb gemeinsam mit dem Unternehmen CACI eine neue Kommunikationstechnologie entwickelt, die es ermöglichen soll, ein Netzwerk aus Militärsatelliten im erdnahen Orbit aufzubauen. Diese sollen mittels Laser direkt untereinander kommunizieren können.

Optische Kommunikationsverbindungen zwischen Satelliten

Nun haben Militärsatelliten erstmals mittels der neuen Technik per Laser Daten in Breitbandgeschwindigkeit ausgetauscht. Es ist damit belegt, dass eine optische Kommunikationsverbindung zwischen Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn funktionieren kann und dass die Verbindung als Basis für ein Satellitennetzwerk dienen kann. Am Versuch beteiligt waren die Satelliten Able und Baker, die im Rahmen des Projekts Blackjack im Sommer 2021 von SpaceX in den Weltraum transportiert wurden.

Mission Mandrake II

Das Ziel der Mission Mandrake II, nämlich die Realisierbarkeit sogenannter Optical InterSatellite Links (OISL), das sind kompakte interoperable Laserkommunikationsterminals, zu demonstrieren, wurde damit erreicht. Die OISLs der Mission Mandrake II konnten während des Tests im April 2022 für 40 Minuten eine optische Verbindung herstellen. Dabei wurde eine Bandbreite von 200 Gigabit über eine Entfernung von über 100 Kilometern erreicht.

Kommunikationsnetzwerk aus 20 Satelliten

In den kommenden Jahren möchte die DARPA auf Basis dieser optischen Verbindungen ein Kommunikationsnetzwerk aus anfangs 20 Satelliten im erdnahen Orbit aufbauen. Später soll das Netzwerk auf 500 Satelliten erweitert werden. Laut dem US-Verteidigungsministerium soll somit eine „hochgradig vernetzte, widerstandsfähige und dauerhafte“ Abdeckung garantiert werden.

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