Von: Dennis L.
Mehr Wasser als vermutet

Hinweise auf große Wassermengen im Inneren des Mondes

Die Besiedelung des Mondes soll in Zukunft Realität werden. Doch dazu braucht es ausreichend Wasser auf dem Erdtrabanten. Neuste Untersuchungen haben gezeigt, dass es im Inneren des Mondes mit hoher Wahrscheinlichkeit Wasser in ausreichenden Mengen gibt.

Untersuchungen deuten auf gewaltige Wassermengen im Inneren des Mondes hin.
© Milliken lab / Brown University

Providence (U.S.A.). Ralph Milliken und seine Kollegen von der Brown University berichten im Fachjournal Nature Geoscience, dass es im Innern des Mondes große Wassermengen gibt. Diese Aussage basiert auf Satellitendaten und stellt die bisherigen Theorien der Entstehung des Mondes in Frage.
Die Forscher untersuchten Ablagerungen auf der Oberfläche des Mondes, die aus dem Mondmantel stammen. "Viel Wasser in der Mondmagna“, so Milliken, „bedeute auch viel Wasser im Inneren des Mondes.“

Bis zum Jahr 2008 galt die Theorie, dass das Mondinnere ganz trocken sei. Von den Apollo Missionen 15 und 17 brachten die Astronauten vulkanische Glasperlen mit. In diesen fanden Wissenschaftlicher um Alberto Saal (ebenfalls von der Brown University) erste Spuren von Wasser. Im Jahr 2011 stellten Forscher fest, dass dieses Wasser mit Wasser aus irdischem Basalt identisch ist. Ihre Schlussfolgerung war, dass im Mondinnern genau so viel Wasser gebunden sein kann wie im Erdinnern. Milliken kommt nun zu dem Schluss, dass die mitgebrachten Apollo Proben nicht eine Ausnahme, sondern typisch für den Mond und sein feuchtes Inneres sind.

Ein Großteil der Forscher vertritt die Ansicht, dass der Mond aus Trümmern entstanden ist, nach einem Zusammenstoß der Erde mit einem Körper von der Größe des Mars. Die Forscher meinten bis jetzt, dass der zur Bildung von Wasser erforderliche Wasserstoff die starke Hitze des Zusammenpralls nicht überlebte. Das Mondinnere sei daher trocken. Inzwischen steht jedoch fest, dass das Wasser überlebt hat oder kurze Zeit nach dem Zusammenprall auf den Mond kam. Für Millikens ist die Herkunft des Mondwassers ein Rätsel, welches er im Augenblick nicht lösen kann.

Wasser aus Glasperlen gewinnen statt mitnehmen

Die Glasperlen vom Mond weisen 0,5 Prozent Wasser auf und kommen an vielen Stellen vor. Aus diesen Perlen kann man das Wasser wieder extrahieren. Zukünftige bemannte Monderkundungen oder eine Besiedlung des Mondes kann so Wasser gewinnen und muss das kostbare Nass nicht aufwendig und teuer auf dem Mond transportieren. Frühere Studien meinten, man könne das an Mondkrater gebundene gefrorene Wasser als Quelle nutzen. Die jetzt entdeckten Ablagerungen lassen sich jedoch leichter erschließen, erklärt Ko-Autorin Shuai Li von der University of Hawaii.

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