Mini-Hubschrauber Ingenuity

Erster Drohnenflug auf dem Mars startet in wenigen Tagen

Robert Klatt

Der Mini-Hubschraubers Ingenuity (Einfallsreichtum) soll in wenigen Tagen zum ersten kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten starten.

Washington, D.C. (U.S.A.). Der Mars Rover Perseverance (Beharrlichkeit) ist am 18. Februar 2021 mit dem Mars Helikopter Ingenuity (Einfallsreichtum) an Bord auf dem roten Planeten gelandet. Nun hat die NASA bekannt gegeben, dass frühsten ab dem 8. April 2021 der erste kontrollierte Flugversuch des Mini-Hubschraubers beginnen soll.

„Dieser erste Flug ist etwa ganz besonders, das ist mit Abstand der wichtigste Flug, den wir machen werden. Der Hubschrauber soll starten, bis auf eine Höhe von etwa drei Metern hochsteigen und dann wieder herunterkommen und landen“, erklärt NASA-Ingenieur Håvard Grip.

Positiver Statusreport des Mars Helikopters

Bereits kurz nach der Landung des Mars Rovers Perseverance sendete der nur 1,8 Kilogramm schwere Mini-Helikopter einen positiven Statusreport an das NASA-Kontrollzentrum auf der Erde. Ingenuity scheint die Landung demnach ohne Schäden überstanden zu haben.

Bewegung zum Startplatz

Der Mars Rover fährt derzeit zum geplanten Startplatz des Mini-Hubschraubers im Jezero-Krater. Dort wird Perseverance in einem besonders ebenen Geländeabschnitt Ingenuity platzieren. Dieser Vorgang soll etwa sechs Tage dauern. Anschließend verlässt Perseverance die etwa zehn mal zehn Meter große Start- und Landezone, um kein Hindernis für Ingenuity zu sein.

Bevor der Mini-Hubschrauber starten kann, werden über dessen integrierte Solarzellen noch seine Lithium-Ionen-Akkus geladen. Die erste Testphase nach dem Absetzen der Drohne soll laut der NASA 31 Tage andauern.

Extreme Bedingungen auf dem Mars

Beim ersten Testflug soll der Mini-Hubschrauber Ingenuity lediglich 30 Sekunden etwa drei Meter über dem Boden des Planeten schweben. Die Projektingenieure der NASA wollen so prüfen, ob die auf der Erde in Vakuumkammern gesammelten Erfahrungen, auf den Mars übertragbar sind.

Im Vergleich zur Erde muss Ingenuity auf dem Mars extreme Bedingungen aushalten. Besonders die niedrigen Temperaturen von bis zu minus 90 Grad Celsius in der Nacht können problematisch für die Elektronik sein. Außerdem ist die Atmosphäre des Mars deutlich dünner als auf der Erde. Trotz deutlich geringeren Gravitation auf dem Mars müssen sich die Rotorblätter deshalb mit 3.000 Umdrehungen pro Minute rund zehnmal schneller drehen als bei einem vergleichbaren Helikopter auf der Erde.

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