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Fotos vom roten Planeten

Curiosity entdeckt mögliche Fossilien auf dem Mars

Curiosity entdeckt mögliche Mikrofossilien auf dem Mars

Neuste Fotos vom roten Planeten zeugen merkwürdige Strukturen. Einige Wissenschaftler der NASA glauben, dass es sich dabei um Fossilien handeln könnte. Ein Grund, den Mars-Rover Curiosity zurückfahren zu lassen.

Washington (U.S.A.). Wissenschaftler der NASA sind bei der Auswertung von Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der Mars-Rover Curiosity auf dem Mars geschossen hat, auf erstaunliche Strukturen gestoßen. Die Fotos der Rover mit seiner Mastcam angefertigt hat und auch die Farbbilder der Mars Hand Lens Imager (MAHLI) zeigen kleine Strukturen, die so bisher noch nicht auf einem anderen Planeten fotografiert wurden. Die ungewöhnlichen Strukturen sorgten dafür, dass auch Astrobiologen großes Interesse an der Auswertung der Fotos haben.

Angefertigt wurden die Fotos Mitte Dezember 2017 an einer Stelle mit dem Namen "Vera Rubin Ridge". Noch ist unklar was genau die mit fünf Millimeter Maximallänge kleinen Formen sind. Um weitere Aufnahmen der spektakulären Entdeckung anzufertigen, lässt das NASA-Team rund um Ashwin Vasavada vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) den Mars-Rover, der inzwischen weitergefahren ist, wieder an den Entstehungsort der Bilder zurückfahren.

In einem Bericht vom 3. Januar schreibt Curiosity Crewmitglied Christopher Edwards: "Im Arbeitsgebiet vor dem Rover gab es einige sehr eigenartige Ziele, die eine erneute Untersuchung rechtfertigen." Auch der britische Astrobiologe Barry DiGregorio erklärte, dass die Stäbchen eine erneute Untersuchung rechtfertigen, da sie große Ähnlichkeiten zu prähistorischen fossilen Funden von der Erde haben. NASA-Forscher Vasavada schließt einen Fossilienfund zwar nicht aus, ist aber deutlich weniger euphorisch: "Das wäre aber nicht unsere erste Interpretation dieses Fundes."

Fossilien oder geologische Strukturen

Detaillierte Untersuchungen der Bilder haben gezeigt, dass die Strukturen große Regelmäßigkeiten aufweisen. Dies ist ein Hinweis auf kristalline Strukturen, die wiederum eine geologische Entstehung als Ursprung haben. Vasavada fügte jedoch hinzu, dass sich biologische Strukturen nur schwer von rein geochemischen Kristallisationsprozessen unterscheiden lassen. Der Wissenschaftler sagte: "Das wäre schon in einem Labor auf der Erde nicht einfach."

Pascal Lee vom norwegischen Marsinstitut zeigt ebenfalls großes Interesse an neusten Entdeckung des Mars-Rovers. Der Feldgeologe und Planetologe erklärte: "Obwohl ein rein mineralischer Ursprung natürlich am plausibelsten erscheint, erinnern mich diese Strukturen auf den ersten Blick dennoch stark an die Folgen von Bioturbation." Wenn es sich bei den Strukturen wirklich um Bohrgänge handelt, würde dies aufgrund der Größe auf mehrzelliges Leben hindeuten. Bislang ging die Wissenschaft fast ausschließlich von Einzeller aus, wenn sie vom möglichen Leben auf dem Mars sprach. Lee fügte noch hinzu, dass eine solch außerordentliche Behauptung auch besonders gute Beweise braucht. Die Bilder allein reichen also in keinem Fall aus, um mit großer Sicherheit von Mehrzellern auf dem Mars zu sprechen, rechtfertigen aber dennoch weitere Forschung in diese Richtung.

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