Tianwen-1

Chinas Rover Zhurong könnte heute auf dem Mars landen

Robert Klatt

Der chinesische Rover Zhurong könnte heute auf dem Mars landen. Das Ziel der Mission ist das Finden von Permafrostböden, die als Wasserquellen dienen könnten.

Peking (China). China hat seine Marsmission im Juli 2020 gestartet. Am roten Planeten angekommen ist Tianwen-1, die erste Marssonde des Landes, im Februar 2021. Seitdem gab es nur wenig Meldungen über den Zwischenstand der Mission von den Verantwortlichen des chinesischen Raumfahrtprogramms. Kürzlich wurde der Rover am Bord der Sonde dann auf den Namen Zhurong (祝融) nach dem Gott des Feuers in der chinesischen Mythologie getauft.

Nun gibt es Hinweise darauf, dass sich der Rover unmittelbar vor seiner Landung auf dem Mars befindet. Mehrere Berichte, die sich auf chinesische Zeitungen, namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Raumfahrtprogramms und Beobachter des chinesischen Raumfahrtprogramms beziehen, gehen von einer Landung um 01:11 MESZ in der Nacht zum Samstag aus. Auch der Kieler Astronom Edgar Kaiser erklärt, dass dieser Zeitpunkt sinnvoll sei, weil er viel Zeit für einen direkten Funkkontakt zu Sonde ermöglicht.

Meilenstein des chinesischen Raumfahrtprogramms

Sollte die geplante Landung glücken, wäre dies ein Meilenstein für das chinesische Raumfahrtprogramm. China hat bisher lediglich die Marsmission Tianwen-1, die eine Sonde und einen Rover beinhaltet, zum roten Planeten geschickt. Die NASA schickte hingegen die Sonde Mariner 4 (1965) und den Orbiter Mariner 9 (1971) zum Mars, bevor schlussendlich mit Sojourner (1997) der erste Rover landen konnte.

Ob China es tatsächlich im ersten Versuch schafft, einen Rover auf dem Mars zu landen ist nun offen. Die eigentliche Landung ist die größte Herausforderung der gesamten Mission. In der Vergangenheit scheiterten hier unter anderem Beagle 2 der Europäischen Weltraumagentur ESA. Dies erklärt auch die Verschwiegenheit der Verantwortlichen in China. Es ist deshalb möglich, dass, selbst wenn die Landung funktioniert, erst in einiger Zeit Details an die Öffentlichkeit gelangen.

Fallschirm und Bremsraketen

Beim Landeanflug auf dem Mars wird Zhurong erst von einem Fallschirm gebremst. Anschließend übernehmen Bremsraketen den finalen Ladevorgang. Diese sollen den Rover wie beim NASA-Rover Perseverance über dem Boden schweben lassen und dabei eine geeignete Landestelle finden. Dies erfolgt aufgrund der langen Signallaufzeit von der Erde zum Mars vollkommen automatisch. Geplant ist eine Landung im Süden der Tiefebene Utopia Planitia.

Zhurong soll dann für mindestens drei Monate den Planeten mit seinen sechs Instrumenten und zwei Kameras erkunden. Das Ziel der Mission ist die Suche nach Permafrostböden, die laut einer kürzlich publizierten Studie als Wasserquelle dienen könnten.

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