Himmelsauge

China - Radioteleskop Fast für internationale Forscher freigegeben

Robert Klatt

China gibt das weltgrößte Radioteleskop „Himmelsauge“ in wenigen Monaten für internationale Wissenschaftler frei.

Peking (China). Laut eines Berichts der regierungsnahe chinesischen Zeitung Global Times wird das Five-hundred-Meter Aperture Spherical Radio Telescope (FAST) ab dem Sommer 2021 für internationale Forscher freigegeben. Das auch als „Himmelsauge“ (Tianyan) bezeichnete weltgrößte Radioteleskop hat seine dreijährige Test- und Kalibirerungsphase im Dezember 2019 erfolgreich abgeschlossen und wird seitdem von chinesischen Astronomen genutzt.

Laut Angaben der chinesischen Akademie der Wissenschaften ist die Auflösung des FAST-Radioteleskops etwa dreimal so hoch wie die des Arecibo-Observatorium in Puerto Rico, das nach einem zweiten Kabelbruch Ende 2020 vollständig zerstört wurde.

520 Meter Durchmesser

Errichtet wurde das Radioteleskop in der bergigen Provinz Guizhou in Südchina nahe der Stadt Pingtang. Die Schüssel mit einem Durchmesser von 520 Metern besteht aus 4.450 dreieckigen Elementen. Getragen wird der Gitterrohrring von 70 Masten. Es ist davon auszugehen, dass das FAST-Radioteleskop in China deshalb deutlich unempfindlicher gegenüber Schäden ist als das Arecibo-Observatorium, dessen Antennen nur von drei zentralen Halteseilen gehalten wurden.

Beantragen können Wissenschaftler die Nutzung des Teleskops ab dem 1. April 2021 bei den National Astronomical Observatories. Über die Vergabe von Nutzungszeit entscheiden zwei Ausschüsse, von denen einer für die wissenschaftlichen Aspekte und einer für Zeitzuteilung zuständig ist. Laut derzeitig vorliegenden Informationen wird China etwa ein Prozent der Nutzungszeit an ausländische Forscher vergeben.

240 Neutronensterne entdeckt

Obwohl das FAST-Radioteleskop erst seit einem relativ kurzen Zeitraum in Betrieb ist, konnte die Astronomie anhand von elektromagnetischen Signalen bereits 240 schnell rotierenden Neutronensterne entdecken. Außerdem wird das Teleskop seit Anfang 2020 zur Suche nach Hinweisen auf außerirdischer Zivilisationen, von denen laut einer Aktualisierung der Drake-Gleichung in der Milchstraße 35 vorkommen sollen, genutzt.

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