Halo der Galaxie

Äußerste Sterne der Milchstraße entdeckt

Robert Klatt

Halo der Milchstraße )(IcSTS) dlieF .A dna ASE/ASANeßartshcliM red olaH(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Neuen Messdaten zeigen, dass die äußersten Sterne der Milchstraße etwa eine Million Lichtjahre Entfernung zur Erde haben
  • Der äußere Halo der Galaxie reicht also deutlich weiter in den Kosmos als bisher angenommen wurde
  • Die Halos der Andromedagalaxie und Milchstraße berühren sich demnach bereits, obwohl die beiden Galaxien erst in etwa vier Milliarden Jahren miteinander verschmelzen

Die Andromedagalaxie und Milchstraße werden laut Berechnung in etwa vier Milliarden Jahren verschmelzen. Neue Entfernungsmessungen zeigen nun, dass die Halos der beiden Galaxien sich bereits berühren.

Santa Cruz (U.S.A.). Die Milchstraße und die Andromedagalaxie liegen im Weltraum direkt nebeneinander. Beide Spiralgalaxien haben eine ähnliche Masse und Größe und sind gemeinsam die größten Mitglieder innerhalb unserer Lokalen Gruppe im Universum. Derzeit besteht zwischen den beiden Galaxien noch ein Abstand von etwa 2,5 Millionen Lichtjahren. Die Astronomie hat jedoch berechnet, dass die Milchstraße und die Andromedagalaxie in etwa vier Milliarden Jahren miteinander verschmelzen.

Eine Beobachtung aus dem Jahr 2020 zeigte, dass das ionisierte Gas im Halo der Andromedagalaxie deutlich weiter in den Weltraum hinausreicht als zuvor angenommen wurde. Es ist demnach möglich, dass der Halo der Andromedagalaxie bereits jetzt die äußere Milchstraße berührt.

RR Lyrae-Sternen zur Messung der Entfernung

Astronomen der University of California, Santa Cruz (UCSC) haben auf dem 241. Meeting of the American Astronomical Society (AAS) nun Beobachtungsdaten vorgestellt, laut denen auch der Halo der Milchstraße weiter in den Kosmos reicht als lange angenommen wurde. Bemerkt haben die Astronomen um Yuting Feng dies, als sie eine Himmelsdurchmusterung mit dem Canada-France-Hawaii Telescope gezielt nach RR Lyrae-Sternen durchsucht haben. RR Lyrae-Sterne sind alte Riesensterne, die in einem regelmäßigen Takt ihre Helligkeit verändern.

„Ihre Helligkeitsschwankungen ähneln ein wenig einem EKG – sie sind gewissermaßen der Pulsschlag unserer Galaxie.“

Die Geschwindigkeit der Helligkeitsschwankungen ist von der Größe und der Leuchtkraft des Sterns abhängig. Die Astronomen der UCSC konnten somit die Entfernung von etwa 200 RR Lyrae-Sternen im Außenbereich der Milchstraße mit hoher Genauigkeit ermitteln.

„Wir konnten diese veränderlichen Sterne als verlässliche Marker für die Entfernungen im Halo nutzen.“

Eine Million Lichtjahre Entfernung

Die Analyse er Messdaten belegt, dass manche RR Lyrae-Sterne im Halo der Milchstraße über eine Million Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Es handelt sich dabei um die äußersten, bekannten Sterne der Galaxie.

„Die fernen RR Lyrae-Sterne liefern uns damit ein gutes Werkzeug, um unsere aktuellen Modelle zur Größe und Masse unserer Galaxie zu überprüfen.“

Zuvor konnte die Astronomie nur theoretischen Modellen abschätzen, wo der Außenbereich des Halo der Milchstraße endet. Problematisch ist vor allem, dass der Halo vor allem aus Dunkler Materie und den ionisierten Gasen des galaktischen Mediums besteht. Messungen sind deshalb schwer.

„Der Halo ist am schwersten zu vermessen, weil sein Außenrand so weit entfernt liegt und die Sterne darin nur sehr dünn gesät sind. Jetzt definiert unsere Studie die Außengrenzen unserer Galaxie neu.“

Die neuen Messdaten belegen nun, dass der Halo der Milchstraße etwa die halbe Distanz zur Andromedagalaxie erreicht. Die Halos der beiden Galaxien berühren sich somit.

„Unsere Galaxie und Andromeda sind beide so groß, dass es zwischen ihnen fast keinen freien Raum mehr gibt.“

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