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Öffnung ohne Schaden

Lockpicking – Schlösser öffnen als neuer Trendsport

Beim Lockpicking werden ohne Schäden zu verursachen Schlösser ohne Schlüssel geöffnet. Genutzt wird diese Technik sowohl von Schlüsseldiensten, der Polizei und Gemeindiensten aber auch von Sportlern, die darin einen Geschicklichkeitswettbewerb sehen.

Der Begriff Lockpicking setzt sich aus den englischen Wörter lock (Schloss) und pick (stochern/picken) zusammen und beschreibt eine Technik, die genutzt wird um verschlossene Schlösser aller Art ohne den eigentlichen Schlüssel und ohne Beschädigung des Schlosses zu öffnen. Angewendet wird Lockpicking, das in Deutschland auch als Nachschließen oder Schlösseröffnen bezeichnet wird, sowohl von Kriminellen als auch von Strafverfolgungsbehörden und Schlüsseldiensten. Außerdem gibt es Vereine, die Lockpicking als Sport betreiben und sogar regelmäßige Meisterschaften austragen, um den besten Schlösseröffner zu finden.

Lockpicking-Theorie

Lockpicking hat gegenüber anderen Techniken zum Öffnen von Schlössern den Vorteil, dass während des Vorgangs das Schloss und umliegende Bauteile wie die Tür oder der Türrahmen nicht beschädigt werden. Dazu nutzten sowohl Schlüsseldienste als auch andere Personen, die Lockpicking betreiben mechanische Ungenauigkeiten von Schlössern aus, die auch in hochpreisigen und als sicher wahrgenommenen Produkten grundsätzlich vorhanden sind. In Hochsicherheitsbereichen werden mechanischer Schlösser aus diesem Grund vermehrt durch elektronische Schließsysteme ausgetauscht,

Im Gegensatz zu elektronischen Codes, bei denen erst nach einer kompletten Eingabe eine Rückmeldung über deren Richtigkeit erfolgt und die daher nur durch wahlloses Ausprobieren von Passwörtern (Brute-Force) geknackt werden können, bieten mechanische Schlösser Lockpickern einfachere Angriffsmöglichkeiten. Dies liegt daran, dass mechanische Schlösser bereits nach Eingabe eines Teilcodes, also zum Beispiel nachdem der erste Stift korrekt gesetzt wurde, eine entsprechende Rückmeldung geben. Anstatt alle möglichen Kombination auszuprobieren, arbeiten Lockpicker sich so schrittweise und Stift zu Stift im Schloss voran, was den Aufwand bei der Öffnung deutlich reduziert.

Lockpicking als Sport in Deutschland

In Deutschland sind mit über 1.500 Mitgliedern, die in 13 Ortsgruppen organisiert sind, die Sportsfreunde der Sperrtechnik – Deutschland e.V. (SSDeV) der größte Verein im Bereich des Lockpicking-Sports. Neben den üblichen Vereinsaktivitäten veranstaltet die SSDeV auch die jährlich stattfindende deutsche Lockpicking-Meisterschaft, die im Zeitraum zwischen 1997 und 2005 im Rahmen des Chaos Communication Congress, einem mehrtägigen Treffen von Hackern, das vom Chaos Computer Club (CCC) veranstaltet wird, ausgetragen wurde. Seit 2006 wird die Lockpicking-Meisterschaft in Deutschland als unabhängige Veranstaltung weitergeführt.

Da in Deutschland der Lockpicking-Sport zumindest in seiner Entstehung oft von denselben Personen betrieben wurde, die auch als legale Hacker aktiv sind, zeigt die Sportordnung, also die Richtlinien an, die sich die Fans des Nachschließens halten, große Ähnlichkeiten zur Ethik von Hackern. Dies umfasst unteranderem die Punkte, dass Lockpicker niemals Türen öffnen, sondern nur ihre eigenen oder fremde Schlösser mit Einverständnis der Besitzer öffnen.

International gehören die deutschen Lockpicker mit den Niederländern und US-Amerikaner übrigens zu den Besten.

Lockpicking in der Schweiz und Österreich

Neben Deutschland hat sich das Öffnen von Schlössern auch in der Schweiz als Sportart etabliert, die dort vor allem durch den Verein SPASS (Schlösser Picken Als Schweizer Sport) gelebt wird. Neben den regelmäßigen Meisterschaften bietet der Verein Workshops an, die auch für Nichtmitglieder offenstehen, um so neue Menschen für das Nachschließen zu begeistern.

In Österreich ist der Verein OpenLocks - Verein zur Förderung der physischen Sicherheit die größte Gemeinschaft Lockpicking begeisterter Menschen, die in der Alpenrepublik seit 2011 ebenfalls eine jährlich stattfindende nationale Meisterschaft veranstalten.

Lockpicking und Geocaching

Außerdem wird Lockpicking auch in Kombination mit Geocaching, das sich aus dem griechischen Begriff gē (Erde) und dem englischen Begriff cache (geheimes Lager) zusammensetzt und das in Deutschland auch als GPS-Schnitzeljagd bezeichnet wird genutzt. Bei dieser Unterdisziplin des Geocachings ist der Finalbehälter, der durch die Teilnehmer gefunden werden muss, zusätzlich durch ein Vorhängeschloss gesichert, das nur schadensfrei per Lockpicking geöffnet werden darf.

Um in der Geocaching-Szene die dafür notwendigen Techniken zu etablieren, werden auf den meisten größeren Events inzwischen Lockpicking-Workshops angeboten, die Einsteiger in das Thema Nachschließen einführen.

1 Kommentar

Wolfgang Soldan
Warum haben wir dann noch Schlösser? Können wir ja gleich eine Einladung schreiben: Kommt hereinspaziert, nehmt, was ihr wollt, bitte macht nur nichts kaputt!
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