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Spinnen einsaugen

Können Spinnen aus dem Staubsauger rauskrabbeln?

In den meisten Wohnungen sind Spinnen ungern gesehene Gäste. Daher greifen die meisten Menschen schnell zum Staubsauger und saugen die Spinne ein. Gerade bei großen Exemplaren stellt man sich schnell die Frage: Überleben Spinnen, wenn man sie einsaugt und können sie wieder aus dem Staubsaugerbeutel herauskrabbeln?

Viele Menschen fürchten sich vor Spinnen oder empfinden nichts als Ekel vor den achtbeinigen Krabblern. Es gibt sogar Personen, die regelrecht in Panik verfallen sobald sie eine Spinne sehen. Hier spricht man von Arachnophobie – einer Spinnenphobie. Dabei ist diese Angst eigentlich völlig unbegründet, da in Deutschland keine für den Menschen lebensbedrohlichen Spinnen in der Natur leben. Aber selbst wer keine Angst vor Spinnen hat, möchte die oft sehr flinken Tiere nicht in seiner Wohnung haben. Die meisten Menschen entfernen die Spinne mit dem Staubsauger, da sie sich so der Spinne mit größerem Abstand nähern können. Oftmals kommt jedoch direkt nach dem Einsaugen die Frage auf: Überleben Spinnen im Staubsaugerbeutel? Können Spinnen wieder aus dem Staubsauger krabbeln? Einige Personen saugen nach der Spinne noch provisorische Geschosse wie beispielsweise Pfefferkörnen ein – nur um auf Nummer sicher zu gehen. Das eine Spinne diese Prozedur überlebt, ist recht unwahrscheinlich. Dabei gibt es ganz andere Möglichkeiten eine Spinne aus der Wohnung zu entfernen, bei denen sich die mit Zweifel behafteten Fragen erübrigen würden.

Spinne aus der Wohnung entfernen – so geht‘s

Es gibt viele Arten eine Spinne aus der Wohnung zu entfernen und nicht jede muss mit dem Tod der Spinne enden. Die einfachsten und gängigsten Methoden möchten wir hier kurz vorstellen:

Spinne mit einem Glas entfernen

Am schonendsten entfernt man das nützliche Tier, welches Fliegen, Mücken und Käfer frisst, indem man es mit einem Glas abdeckt. Dabei sollte man vorsichtig sein, dass man die Beine der Spinne nicht verletzt. Anschließend schiebt man langsam eine Postkarte, ein Stück steiferes Papier oder einen anderen dünnen Gegenstand als provisorischen Deckelersatz zwischen Glas und dem Untergrund. Anschließen bringt man die Spinne nach draußen und lässt sie frei.

Der Spinnenfänger

Mittlerweile gibt es mehrere Produkte, die das Einfangen und Entfernen einer Spinne vereinfachen sollen. Diese Spinnenfänger werden auch als Insektenfänger oder Spider-Catcher bezeichnet und sind bereits für rund 10 Euro zu haben.

So gibt es beispielsweise einen Spinnenfänger mit einem 65 Zentimeter langen Greifarm, der am Ende weiche Borsten besitzt, die sich über den Griff öffnen und schließen lassen. So kann man die Spinne einfangen ohne sie zu verletzen und unbeschadet draußen wieder freilassen.
Amazon-Link: Spider-Catcher, Preis: etwa 13 Euro

Ein weiteres Produkt, welches das Glas-Prinzip nutzt, besteht aus einem handlichen Griff, an dem vorne eine transparente Box montiert ist. Diese positioniert man einfach über der Spinne. Über einen einfachen Schieber fährt man eine Klappe aus, die die Spinne in der Box einsperrt. Auch hier überlebt das Tier die Prozedur und kann vor der Wohnung wieder freigelassen werden. Bei dieser Variante muss man der Spinne jedoch schon sehr nahekommen und für besonders große Spinnen eigenen sich dieser Spinnenentfernen jedoch auch nicht.
Amazon-Link: Snapy Insektenfänger, Preis: etwa 8 Euro

Der Insect Buster ist eine Art tierfreundlicher Staubsauger, der sogar über eine eingebaute Taschenlampe verfügt. An einem Handgriff ist ein etwa 35 Zentimeter langes und transparentes Rohr befestigt. Die Saugkraft ist so gewählt, dass der Spinne beim Einsaugen nichts passiert. Ein mitgelieferter Verschlussstopfen versiegelt das Rohr bis zur Freilassung der Spinne.
Amazon-Link: Insect Buster, Preis: etwa 18 Euro

Das Küchentuch

Neben den Möglichkeiten die Spinne lebend zu fangen und wieder freizulassen, gibt es natürlich auch Optionen, die den Tod der Spinne zur Folge haben. Sollte man sich für diese Variante entscheiden, so sollte man wenigstens darauf achten, dass die Spinne nicht leidet. Die Spinnenentfernung mit einem einfachen Tuch einer Küchenrolle ist da wohl die schnellste, effektivste und sicherste Möglichkeit: Ein beherzter Griff mit dem Tuch zur Spinne, einmal feste drücken und es ist vorbei.

Die Fliegenklatsche

Der Einsatz einer Fliegenklatsche ist schon nicht mehr ganz so sicher, denn gerade kleinere Spinnen werden beim ersten Schlag eher schwer verletzt anstatt sofort getötet. Bei größeren Spinnen führt die Hemmschwelle nicht so feste zu schlagen, damit es keine Flecken an der Wand gibt, oft dazu, dass die Spinne nur verletzt oder verstümmelt, aber nicht sofort getötet wird. Zwar kann man eine Spinne mit einer Fliegenklatsche umbringen, es ist aber wirklich keine schöne Option – weder für die Spinne noch für die Wand.

Der Staubsauger

In den meisten Fällen überlebt eine Spinne es nicht, wenn man sie mit dem Staubsauger einsaugt. Ist der Staubsaugerbeutel noch recht leer, so wird die Spinne mit einer Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h an die Rückwand des Beutelgehäuses geschleudert. Dies überlebt eine Spinne – ob groß oder klein – meistens nicht.

Ist der Staubsaugerbeutel jedoch recht voll, so erleidet die Spinne zwar schon im Saugrohr schwere Verletzungen oder stirbt hier bereits, es kann aber auch sein, dass die noch lebende Spinne im Staubsaugerbeutel landet und der staubige Inhalt ihren Flug mehr oder weniger sanft abbremst. In den meisten Fällen ersticken die Spinnen dann im Staubsaugerbeutel. Es mag zwar seltene Einzelfälle geben, in dem die Spinne all dies überlebt und tatsächlich wieder aus dem Staubsauger gekrochen kommt, aber dies ist wirklich sehr unwahrscheinlich.

Warum sind Spinnen nützlich?

Spinnen sollte man nicht töten, denn sie sind äußerst nützliche Tiere. Auch Biologen sehen Spinnen als wichtige Komponente in unserem Ökosystem und als einen wichtigen Regulator, denn sie sorgen dafür, dass sich andere Arten nicht unkontrolliert vermehren. So gäbe es von manchen ebenso ungern gesehenen Tieren wesentlich mehr, gäbe es keine Spinnen. Dazu zählen vor allem:

  • Blattläuse
  • Fliegen
  • Hornissen
  • Käfer
  • Motten
  • Mücken
  • Wespen

Neben der wichtigen Rolle im Ökosystem sind Spinnen, von denen bisher rund 46.000 Arten bekannt sind und die rund 2,2 Prozent der Artenfülle unseres Planeten ausmachen, aber auch für die Forschung von großer Bedeutung. So enthalten die Spinnengifte einen chemischen Cocktail aus verschiedenen Substanzen, die bei der Entwicklung neuer Medikamente zum Einsatz kommen. Aber auch Spinnenfäden sind für Forscher und Wissenschaftler äußerst interessant: Die hauchdünnen Fäden sind enorm belastbar und dennoch elastisch. Aus diesem Grund ist die medizinische Forschung dabei, diese Eigenschaften von Spinnenfäden für die Nervengeneration und die Wundheilung nutzbar zu machen.

1 Kommentar

Daniel
Also ich muss gestehen, ich sauge Spinnen auch immer ein. Ist irgendwie am schnellsten und einfachsten.
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