Ein Satellitenbild zeigt Taifun In-fa mit einem auffallend großen Auge und einer nahezu kreisförmigen Wolkenstruktur. Die NASA ordnet diese Kombination einer seltenen Untergruppe tropischer Wirbelstürme zu, den annularen Stürmen. Sie besitzen oft weniger markante äußere Spiralregenbänder und halten ihre Intensität unter ungünstigen Bedingungen tendenziell länger. Die Aufnahme entstand am 30. Oktober 2026 westlich der Marianen und ist keine neue Sturmwarnung.
Auf dem Satellitenbild liegt ein dunkler, vergleichsweise kleiner Bereich im Zentrum einer dichten weißen Wolkenmasse. Darum zieht sich ein fast geschlossener, heller Ring; nach außen verliert sich die Struktur in länglichen Wolkenbändern. Das MODIS-Instrument auf dem NASA-Satelliten Terra nahm In-fa auf, als der Taifun westlich der Marianen lag. Die NASA beschrieb die Gestalt als „a nearly circular shape and large eye“ – eine nahezu kreisförmige Form mit großem Auge. Die Aufnahme ist Teil des am 3. November 2026 veröffentlichten Beitrags „The Pacific’s Busy Storm Season“ von Adam Voiland im NASA Earth Observatory. Sie dokumentiert den Zustand des Sturms am 30. Oktober, nicht die Wetterlage am Veröffentlichungstag.
Ein Auge ist bei tropischen Wirbelstürmen nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert ist vielmehr die Kombination aus einem großen Zentrum, der kompakten Kreisform des Wolkenkörpers und den wenig ausgeprägten äußeren Spiralregenbändern. Genau diese Merkmale helfen Meteorologen, eine besondere Gruppe innerhalb der tropischen Zyklone zu erkennen. In-fa war zum Zeitpunkt der Aufnahme ungewöhnlich intensiv. Die NASA nennt aber weder eine aus dem Bild abgeleitete Windgeschwindigkeit noch eine exakte Breite des Auges; die Aufnahme liefert vor allem einen Blick auf die Form.
Der Ausdruck annular bedeutet ringförmig. Annulare Stürme sind keine eigene Kategorie neben Taifunen oder Hurrikanen, sondern eine seltene Untergruppe tropischer Wirbelstürme. Ein Taifun ist die regionale Bezeichnung für einen tropischen Zyklon im Nordwestpazifik; der Begriff annular beschreibt dagegen die besondere Struktur eines solchen Sturms. Deshalb ist nicht jeder Taifun ringförmig, und nicht jeder Wirbelsturm mit einem runden Auge erfüllt automatisch die Kriterien dieser Untergruppe. NASA beschreibt eine Kombination von Merkmalen, die Meteorologen zur Einordnung heranziehen.
Ein sichtbarer Unterschied liegt in den äußeren Regenbändern. Bei vielen tropischen Wirbelstürmen ziehen sich ausgeprägte spiralige Wolken- und Regenbänder weit vom Zentrum weg. Bei annularen Stürmen sind solche äußeren Bänder weniger markant. Sie fehlen nicht vollständig, und auch außerhalb des zentralen Rings bleibt Wolkenstruktur sichtbar. NASA berichtet, dass Meteorologen für diese Form gelegentlich die anschaulichen Bezeichnungen „doughnuts“ oder „truck tires“ verwenden. Gemeint ist die ringartige Anordnung der Wolken um das Auge, nicht ein wolkenfreier Hohlraum oder ein geometrisch perfekter Kreis.
Die Seltenheit lässt sich nur mit dem passenden geografischen Nenner beschreiben. Nach einer von NASA zitierten Analyse machen annular storms etwa vier Prozent der tropischen Wirbelstürme im westlichen Nordpazifik aus. Diese Zahl gilt für das genannte Meeresbecken und die untersuchte Grundgesamtheit. Sie ist weder eine globale Häufigkeit noch eine neue Zählung für die Saison 2026. Sie sagt auch nicht, dass ein bestimmter Sturm nur einmal in einem festen Zeitraum auftreten kann. Der Wert zeigt vielmehr, dass diese Struktur im westlichen Nordpazifik deutlich seltener ist als die gewöhnliche Form tropischer Zyklone.
Mit der Seltenheit stellt die NASA die Seltenheit in den Zusammenhang einer konkreten Satellitenbeobachtung. Sie präsentiert weder eine neue Entdeckung noch eine neue Studie zur Entstehung annularer Stürme. Der Begriff und die Untergruppe waren in der Meteorologie bereits bekannt; der Bericht ordnet In-fa anhand seiner sichtbaren Eigenschaften ein. Für den Nachrichtenwert ist daher nicht entscheidend, dass ein Ring erstmals am Himmel auftaucht. Interessant ist, dass eine reale Aufnahme die charakteristische Kombination so deutlich zeigt und damit eine seltene Form tropischer Stürme anschaulich macht.
Das Auge bildet den Mittelpunkt des Wirbelsturms. In der Satellitenaufnahme ist es als dunkler Bereich erkennbar, umgeben von einer hellen, dichten Wolkenstruktur. Für annular storms nennt NASA einen durchschnittlichen Augendurchmesser von rund 45 Kilometern; bei gewöhnlichen tropischen Wirbelstürmen liegt der Gruppenmittelwert bei etwa 25 Kilometern. Diese Werte vergleichen die Gruppen und sind keine Messung von In-fas Auge. Im Bild fehlt eine Maßstabsleiste, aus der sich eine genaue Breite ableiten ließe. Eine pixelbasierte Schätzung wäre daher keine belastbare Größenangabe.
Der Größenunterschied ist trotzdem meteorologisch relevant, weil er ein weiteres typisches Merkmal der Untergruppe beschreibt. Ein größeres Auge allein macht einen Sturm allerdings nicht zu einem annularen Sturm. Erst zusammen mit der annähernd kreisförmigen Gesamtgestalt und den wenig ausgeprägten äußeren Regenbändern ergibt sich das Muster, das NASA für In-fa hervorhebt. Ebenso wenig lässt sich aus der Größe des Auges unmittelbar auf die Windgeschwindigkeit, die Ausdehnung des gesamten Sturmfeldes oder die Schäden an Land schließen. Das Bild zeigt Struktur, nicht alle Messgrößen, die für eine vollständige Bewertung nötig wären.
Die auffälligste Eigenschaft für die Vorhersage ist nicht nur die Form. NASA zufolge behalten annular storms ihre Stärke unter ungünstigen Bedingungen typischerweise länger als gewöhnliche tropische Zyklone. Für Meteorologen ist diese Tendenz interessant, weil ein Sturm nicht allein danach beurteilt werden kann, wie er in einem einzelnen Satellitenbild aussieht. Wenn eine Untergruppe ihre Intensität häufiger länger hält, kann das bei der Einschätzung des zeitlichen Verlaufs eine Rolle spielen. Die Aussage beschreibt jedoch ein typisches Verhalten der Gruppe, keine Garantie für jeden einzelnen Sturm.
Der NASA-Beitrag erläutert nicht, welcher genaue physikalische Ablauf diese längere Intensität verursacht. Er nennt auch keine konkreten Schwellenwerte für die Bedingungen, unter denen ein annularer Sturm seine Stärke beibehält. Deshalb wäre es zu weitgehend, die Ringform als alleinige Ursache zu bezeichnen oder aus der Aufnahme eine besondere Unverwundbarkeit abzuleiten. Auch die Form bedeutet nicht automatisch, dass jeder annularer Sturm stärker oder gefährlicher ist. Die wissenschaftlich tragfähige Aussage bleibt enger: Meteorologen erkennen anhand der Merkmalskombination eine seltene Untergruppe, für die eine längere Erhaltung der Intensität unter ungünstigen Bedingungen typisch ist.
Neben In-fa behandelt der NASA-Beitrag auch Taifun Champi. Beide Systeme dürfen nicht verwechselt werden. In-fa war noch ein tropischer Wirbelsturm, als die EPIC-Kamera auf dem DSCOVR-Satelliten ihn am 29. Oktober in der Nähe der Marianen aufnahm. Champis Überreste hatten dagegen bereits den Übergang zu einem außertropischen Sturm durchlaufen und bewegten sich in die aktive Sturmzone der Beringsee in Richtung Alaska. Die ringförmige Struktur auf dem Terra-Bild gehört zu In-fa; die Entwicklung zum außertropischen System betrifft Champi.
Tropische und außertropische Stürme beziehen ihre Energie aus unterschiedlichen Prozessen. Tropische Zyklone besitzen einen warmen Kern und werden durch Wärme und Feuchtigkeit über warmem Meerwasser gespeist. Außertropische Zyklone haben typischerweise einen kalten Kern und nutzen Temperaturgegensätze zwischen warmen und kalten Luftmassen. Häufig bilden sie Fronten und großräumige, kommaförmige Wolkenbänder. Der Übergang zu einem außertropischen Sturm ist daher keine andere Bezeichnung für eine ringförmige Struktur, sondern eine Veränderung des gesamten Sturmtyps.
NASA-Meteorologe Gary Partyka nennt als Kennzeichen solcher Übergänge „the expansion of a storm's wind field“. Das Windfeld kann sich also über eine größere Fläche ausdehnen, ohne dass die Windgeschwindigkeit zwingend zunimmt. Partyka erklärte zu Champi, dass dessen Reste sich wahrscheinlich mit einem ohnehin möglichen System verbunden und es verstärkt hätten. Das macht Champi nicht zur alleinigen Ursache des Systems. Vor allem dürfen Windwerte und Spitzenintensitäten dieses anderen Sturms nicht auf In-fa übertragen werden.
Die ringförmige Beobachtung steht außerdem in einem ungewöhnlich aktiven Pazifikjahr. Die NASA berichtet, dass die Aktivität tropischer Wirbelstürme im Nordwestpazifik seit April erhöht war; bis in den späten Oktober hatten sich dort 25 benannte Stürme gebildet. In-fa war der fünfte Taifun, der die Marianen in diesem Jahr beeinflusste. Diese Zählung bezieht sich auf die Inselgruppe und die Saison 2026, nicht auf Supertaifune weltweit. Sie beschreibt den Hintergrund, in dem die NASA-Aufnahme entstand, und macht aus dem Bild keine aktuelle Warnmeldung.
Partyka bezeichnete 2026 als besonders aktives Jahr für tropische Wirbelstürme im Pazifik. Das starke El Niño, das sich zu diesem Zeitpunkt im Pazifik entwickelt hatte, sei ein wahrscheinlicher Mitfaktor für die erhöhte Aktivität. El Niño ist ein wiederkehrendes Klimamuster, bei dem Teile des äquatorialen Pazifiks wärmer als üblich sind. NASA beschreibt, dass es ungefähr alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Diese Einordnung bezieht sich auf das regionale Sturmgeschehen, nicht auf einen Nachweis, dass El Niño In-fa oder dessen Ringform verursacht hat.
Im Nordwestpazifik kann El Niño nach Einschätzung einiger Experten zudem die Zugbahnen tropischer Wirbelstürme beeinflussen. Sie biegen demnach eher nach Norden ab, statt weiter westwärts in Richtung Ost- und Südostasien zu ziehen. Dadurch können häufiger Guam, die Nördlichen Marianen, Japan und die koreanische Halbinsel in die Zugbahn geraten. Das ist eine regionale Tendenz und keine feste Bahn für jeden Sturm. Die NASA-Aufnahme erlaubt keine Zuordnung des einzelnen In-fa-Verlaufs zu diesem Klimamuster; sie dokumentiert die Form des Taifuns, während El Niño den großräumigen Hintergrund der Pazifik-Saison beschreibt.
NASA Earth Observatory, The Pacific’s Busy Storm Season; Adam Voiland
Mit KI-Unterstützung erstellt
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