Weniger CO2

Spanien baut Autobahn aus altem Papier

Dennis L.

Die spanische Regierung finanziert derzeit eine neue Autobahn, welche aus Recyclingpapier hergestellt anstelle von Zement hergestellt wird. Die innovative Struktur kann die Kohlenstoffemissionen um bis zu 75 % senken.

La Font de la Figuera (Spanien). Straßen werden in der Regel aus Asphalt oder Beton gebaut, die im Regelfall sehr emissionsintensiv sind. Deshalb testet das spanische Projekt mit dem Namen Paperchain, ob Straßen auch aus Altpapier gebaut werden können.

La Font de la Figuera ist eine Stadt in Zentralkatalonien, Spanien, etwa 350 Kilometer von Madrid entfernt. Hier werden derzeit neue Möglichkeiten ausprobiert, um zukünftig im Straßenbau enorme Mengen an CO2 einzusparen. Dafür wird Papier, welches nicht mehr recycelt werden kann, verbrannt und danach als Straßenbelag genutzt. Einzelne Abschnitte der Autobahn in La Font de la Figuera wurden bereits mit dem Papier-Belag versehen.

Jährlich sollen 18.000 Tonnen Zement eingespart werden

Das spanische Unternehmen Acciona, das für den Bau der Autobahn verantwortlich ist, zeigt sich gegenüber dem neuen Material äußerst positiv: „Die Papierasche erfüllt nicht nur alle technischen Anforderungen von Zement, sondern ist auch deutlich umweltfreundlicher“, kommentiert der Projektleiter des Projekts den Straßenbau aus Papier gegenüber dem Fernsehsender Euronews.

Das Unternehmen wirbt für die Verwendung von Papierasche als Baumaterial für Straßen. Laut einer Studie der Technischen Universität Madrid könnten mit dem innovativen Straßenbelag zwischen 65 und 75 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden.

Das erste Ziel des Unternehmens ist es, den neuen Belag bei Projekten in ganz Spanien einzusetzen. Dadurch werden umweltfreundlichere Straßen geschaffen und die benötigte Zementmenge verringert.

Abfall in Rohstoffe verwandeln

Das aktuelle Straßenbauprojekt ist eines von insgesamt drei Modellprojekten mit dem Ziel, die Abfälle der europäischen Papier- und Zellstoffindustrie in neue Ressourcen umzuwandeln. Einer älteren Studie aus dem Jahr 2014 zur Folge fallen jedes Jahr rund 130 Millionen Tonnen Papier- und elf Millionen Tonnen Zellstoffabfall an, welcher nicht mehr recycelt werden kann.

Die Verwendung von Kalkschlamm, gelöschtem Sand und Grünlaugenrückständen sind Rohstoffe, die sich für Asphaltbeton eignen. Spanien arbeitet mit Portugal zusammen, um diese Abfälle in brauchbare Baumaterialien umzuwandeln. Auch Schweden arbeitet an einem ähnlichen Projekt im Norden des Landes.

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