Umfangreiche Prüfung

Kälterekord auf der Nordhalbkugel nach 29 Jahren bestätigt

Robert Klatt

Ein neuer offizieller Kälterekord auf der Nordhalbkugel von minus 69,9 Celsius wurde nach 29 Jahren durch die World Meteorological Organization (WMO) bestätigt.

Jakutien (Russland). Laut offiziellen Daten der World Meteorological Organization (WMO) lag der Kälterekord auf der Nordhalbkugel der Erde bei minus 67,8 Celsius. Gemessen wurde diese Temperatur bereits 1933 im Oimjakon, einem Dorf in der Region Jakutien in Sibirien. Der neue Kälterekord von minus 69,9 Celsius wurde laut dereiner Publikation im Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society bereits am 22. Dezember 1991 von Wissenschaftlern der University of Wisconsin in Madison mithilfe einer automatischen Wetterstation auf Grönland gemessen.

Aufgrund der umfangreichen Prüfungen hat die WMO den neuen Rekord aber jetzt anerkannt. Nötig war dazu unter anderem Stellungnahmen aller beteiligten Wissenschaftler, die verifizieren mussten, dass die Messung 1991 nach höchsten wissenschaftlichen Standards erfolgte.

Messstation auf 3.105 Meter Höhe

Laut den Forschern wurde die extrem niedrige Temperatur durch die Position der Messstation auf 3.105 Höhe im grönländischen Eisschild sowie durch die dünne Luft begünstigt. Inzwischen wurde die Station bereits abgebaut und zur Antarktis gebracht. Es ist also theoretisch möglich, dass es in der Region noch niedrigere Temperaturen gab, die nicht gemessen werden.

Kälterekord der Erde bei minus 98,6 Grad Celsius

Der absolute Kälterekord der Erde von minus 98,6 Grad Celsius wurde am 24. Juli 2004 auf de Südhalbkugel in einer Senke des antarktischen Plateaus gemessen. Die Luft kann sich dort noch stärker abkühlen als in der Arktis. Anerkannt wurde dieser Rekord von der WMO jedoch nicht, weil die Temperatur nicht in der Luft, sondern direkt am Boden gemessen wurde. Offiziell liegt der Kälterekord damit noch immer bei minus 82,9 Grad Celsius, die am 21. Juli 1983 durch die russische Antarktisstation Vostok gemessen wurden.

Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society, doi: 10.1002/qj.3901

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