Pangeos

Weltgrößtes Kreuzfahrtschiff soll wie Schildkröte aussehen

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • Das vollelektrische Riesenkreuzfahrtschiff "Pangeos" könnte 60.000 Menschen Platz bieten
  • Bisher handelt es sich bei dem Schiff, das wie eine Schildkröte aussieht aber nur um ein Konzept
  • Ob das acht Milliarden US-Dollar teure Projekt umgesetzt wird, ist offen, weil noch technische Fragen bestehen und ein Partner gefunden werden muss

Das vollelektrisches Riesenkreuzfahrtschiff „Pangeos“ könnte 60.000 Menschen Platz bieten. Umgesetzt werden soll das acht Milliarden US-Dollar teure Projekt in Saudi-Arabien.

Rom (Italien). Das Designstudio Lazzarini hat ein gigantisches Kreuzfahrtschiff in Form einer Wasserschildkröte vorgestellt. Das Kreuzfahrtschiff mit dem Konzeptnamen „Pangeos“ ist nach dem Superkontinent Pangea benannt. Es ist 550 Meter lang, maximal 610 Meter breit und bietet Platz für etwa 60.000 Menschen. Der komplett elektrische Antrieb soll über Solarmodule, Wellenkraftwerken und aus Batterien mit Energie versorgt werden. Wenn das Konzept tatsächlich realisiert wird, wäre Pangeos nach einer Bauzeit von acht Jahren 2033 das mit Abstand größte Kreuzfahrtschiff der Welt.

Die „Wonder of the Seas“, das derzeit weltgrößte Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean, ist mit einer Länge von 320 Metern, einer Breite von 66 Metern und Platz für knapp 7.000 Passagiere vergleichsweise winzig. Angetrieben wird die „Wonder of the Seas“ von drei Dieselmotoren, die das Kreuzfahrtschiff auf bis zu 25,1 kn (46 km/h) beschleunigen.

Kreuzfahrtschiff Pangeos HTS-Motoren

Das Schiff „Pangeos“ soll hingegen von neun HTS-Elektromotoren (High Temperature Superconducting) mit jeweils 12.356 kW (16.800 PS) angetrieben werden. HTS-Motoren deutlich kompakter und leichter als herkömmliche Elektromotoren und haben eine geringere Verlustleistung. Das Konzept sieht vor, dass jeweils drei der Motoren in den vorderen linken und rechten Wings sowie drei am Heck montiert werden. Gemeinsam sollen die das Schiff mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 kn (9 km/h) bewegen können.

Die Energie für die Motoren sollen Solarmodulen im umlaufenden Dach und Wellengeneratoren gewinnen. Zudem sind große Batterien vorgesehen, die als Zwischenspeicher dienen. Laut den Designern des Konzepts könnte die „Pangeos“ somit emissionsfrei fahren. Ob das Konzept technisch umsetzbar ist, ist jedoch noch unklar.

Rumpf mit 30.000 Zellen

Die offene Rumpfkonstruktion, die einem Fußballstadion ähnelt, soll unterschiedliche Gebäude, darunter Hotels, Villen und Appartements, beinhalten. Geplant sind außerdem Parks, Einkaufszentren, ein Hafen für kleinere Schiffe und Landeplätze für Helikopter. Laut den Designern sind aber auch andere Bebauungsformen denkbar.

Der Rumpf der „Pangeos“ ist laut des Konzepts in 30.000 Zellen unterteilt. Diese können bei einem Leck einzeln verschlossen werden. Das Kreuzfahrtschiff soll dadurch unsinkbar sein.

Umsetzung des Konzepts fraglich

Wie das Designstudio erklärt, gibt es bisher noch keinen konkreten Plan für die Umsetzung des Konzepts. Neben den noch offenen technischen Fragen liegt dies auch an den Baukosten, die auf etwa acht Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Zudem existiert noch kein ausreichend großes Dock, für den Bau eines derart gigantischen Schiffes.

Als Teil ihres Konzepts nennen die Designer Saudi-Arabien als mögliche Lösung. Im King Abdullah District in der Nähe des King Abdullah Hafens am Roten Meer könnte ein entsprechendes Trockendock entstehen. Dazu müsste aber ein neuer Damm gebaut werden.

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