Proxima Fusion

Start-up möchte Kernfusionskraftwerk in Deutschland in „Jahrzehnten“ bauen

 Robert Klatt

Konzept des ersten Kernfusionskraftwerks in Deutschland )noisuF amixorP(Foto: © 

Das Start-up Proxima Fusion möchte in den kommenden Jahrzehnten ein kommerzielles Kernfusionskraftwerk in Deutschland errichten. Bayern unterstützt das Projekt, dessen erste Phase rund zwei Milliarden Euro kostet, mit 400 Millionen Euro.

München (Deutschland). Wissenschaftler und Ingenieure des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP), des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Google-X haben 2023 das Start-up Proxima Fusion gegründet, um das erste, kommerzielle Fusionskraftwerk in Deutschland zu errichten. Im Februar 2025 hat das Unternehmen ein praxistaugliches Konzept eines Stellarator-Reaktors präsentiert, das laut den damaligen Plänen schon in den 2030er-Jahren die Stromproduktion per Kernfusion ermöglichen soll.

Proxima Fusion hat nun eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem IPP, dem Freistaat Bayern und dem Energiekonzern RWE für die Errichtung des Stellarator-Fusionskraftwerks unterzeichnet. Demnach soll zunächst in Garching bei München der Magnetfusionsreaktor Alpha entstehen, der als Demonstrations- und Forschungsreaktor dient.

Kernfusionskraftwerk in Bayern

Anschließend soll das kommerzielle Kernfusionskraftwerk auf dem Standardort des ehemaligen Atomkraftwerks Gundremmingen entstehen. Dieses Kraftwerk wurde bereits 2017 abgeschaltet. Bisher wurden aber nur die Kühltürme gesprengt. Die Planung sieht vor, dass der Rückbau der übrigen Bestandteile frühestens Ende 2040 abgeschlossen wird. Wenn dieser Vorgang, der sich bei anderen Atomkraftwerken in Deutschland bereits um Jahrzehnte verzögert hat, abgeschlossen ist, kann mit dem Bau des Kernfusionskraftwerks begonnen werden.

Proxima Fusion plant, dass Investoren rund ein Fünftel der erwarteten Gesamtkosten decken werden. Bayern möchte 400 Millionen Euro in das Projekt investieren. Allein der Bau des Forschungsreaktors wird aber schon zwei Milliarden Euro kosten. Die Gesamtkosten des Projekts, darunter die noch nötige Forschung und der Bau des Kernfusionskraftwerks, dürften diese Investitionssumme um ein Vielfaches übertreffen.

Es ist zudem noch unklar, ob das Konzept von Proxima Fusion tatsächlich zu einem funktionierenden Kernfusionskraftwerk weiterentwickelt werden kann und ob dieses sich für die kommerzielle Stromproduktion eignet. Ob das Projekt erfolgreich verläuft, wie hoch die Gesamtkosten werden und wann es realisiert werden kann, ist also noch offen.

Quellen:

Pressemitteilung von Proxima Fusion

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