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Computermodell

Optimale Strategie für die Parkplatzsuche bestimmt

Physiker haben anhand eines verkehrsmathematischen Modells die optimale Parkstrategie ermittelt. Neben der Zeit für die Parkplatzsuche fließt dabei auch der anschließende Fußweg zum Ziel ein.

Santa Fe (U.S.A.). Bei der Suche nach einem freien Parkplatz verfolgen die meisten Autofahrer eine nach ihren persönlichen Erfahrungen gewählte Strategie, die eher zufällig zum Erfolg führt und keiner wissenschaftlichen Methoden folgt. Physiker des privaten Forschungs- und Lehrinstitut Santa Fe Institute (SFI) und der Boston University haben aus diesem Grund untersucht, ob es eine mathematisch optimale Strategie für die Parkplatzsuche gibt.

Die Computersimulation basiert auf einem Parkplatz aus einer langen Reihe, an deren Ende sich das Ziel der Autofahrer befindet. Die Bewertung berücksichtigt die gesamte für die Parkplatzsuche aufgewendete Zeit sowie die Zeit, die anschließend gebraucht wird um vom Parkplatz zum Zielpunkt zu laufen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Studie im Journal of Statistical Mechanics.

Verschiedene Suchstrategien verglichen

Zur Ermittlung der optimalen Suchstrategie haben die Wissenschaftler verschiedene im Alltag genutzte Verhaltensweisen verglichen. Das erste Szenario bildet einen Fahrer ab, der sein Auto möglichst nah am Ziel parken möchte, um einen kurzen Fußweg zu haben. Dazu fahrt er bis zum Ziel und wendet anschließend, um den Parkplatz, der sich am möglichst nah amZiel befindet zu nutzen.

Im zweiten Szenario möchte der Fahrer hingegen möglichst kurz im Auto verbringen. Er wählt daher einen Parkplatz neben dem mit dem größten Abstand zum Ziel geparkten Auto aus, um nicht lange suchen zu müssen und läuft anschließend die längste Strecke. In der Mitte befindet sich der in Szenario drei abgebildete Pragmatiker, der immer die erste Lücke zwischen zwei parkenden Autos wählt und damit einen durchschnittlichen Weg zum Ziel laufen muss.

Parksituation ändert sich im Computermodell ständig

Damit die Computersimulation die Realität möglichst gut abbildet, ändert sich auch dort die Parksituation durch wegfahrende Fahrzeuge ständig. Außerdem können Fahrzeuge auf der Suche nach Parkplätzen nicht den gesamten Parkplatz überblicken, sondern sehen freie Plätze erst dann, wenn sie sich unmittelbar davor befinden.

Laut den Studienergebnissen kommt die Gruppe der pragmatischen Parkplatzsucher im Durchschnitt am schnellsten an ihr Ziel. Der Vorsprung gegenüber der Gruppe, die möglichst nah am Ziel parkt ist aber nur minimal. Bei besonders großen Parkplätzen zeigte sich außerdem, dass das längere Suchen der Gruppe, die möglichst nah am Ziel parken möchte durch die Zeitersparnis beim kürzeren Laufen ausgeglichen wird und dass diese Gruppe daher am schnellsten ankommt. Am schlechtesten schnitt bei allen Parkplatzsituationen die Gruppe der Fahrer ab, die ihr Auto möglichst abseits abstellen, da der lange Fußweg nicht die Zeitersparnis des sofortigen Parkens ausgleichen konnte.

Journal of Statistical Mechanics, doi: 10.1088/1742-5468/ab3a2a

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