Amorpher Stahl

Motor aus metallischem Glas erzielt Rekordwirkungsgrad

 Robert Klatt

Elektromotor mit Rekordeffizienz )niartrewoP esroH(Foto: © 

Benzinmotoren haben einen Wirkungsgrad von etwa 30 Prozent. Ein neuer Elektromotor kann hingegen durch ein spezielles Metall 98,2 Prozent der eingesetzten Energie in nutzbare Bewegung umwandeln.

London (England). Der Wirkungsgrad eines Motors beschreibt, wie viel der eingesetzten Energie tatsächlich in nutzbare Bewegung umgewandelt wird und wie viel Energie verloren geht. Bei einem herkömmlichen Benzinmotor liegt der Wirkungsgrad bei zwischen 25 und 35 Prozent, während die übrige Energie als Abwärme über den Auspuff und als Motorwärme im Kühlsystem verloren geht. Die Motoren in modernen Elektroautos sind deutlich effizienter und erzielen einen Wirkungsgrad von 85 bis 95 Prozent.

Der Motorenhersteller Horse Powertrain hat nun einen Elektromotor für Hybrid- und Elektroautos mit einer Leistung von 140 Kilowatt (kW) und einem Wirkungsgrad von 98,2 Prozent vorgestellt. Der Motor übertrifft damit den Mindestwert für die höchste Einstufung von 96,7 Prozent deutlich und ist laut Horse Powertrain der aktuell effizienteste Elektromotor.

Metallisches Glas als Motormaterial

Horse Powertrain hat den Rekordwirkungsgrad durch die Verwendung von metallischem Glas, das auch als amorpher Stahl bezeichnet wird, erreicht. Es handelt sich bei dem Material nicht um Stahl im traditionellen Sinne, weil der amorphe Stahl nur einen kleinen Eisenanteil besitzt. Die Mischung aus mehreren Metallen enthält meistens Zirconium oder Kobalt.

„Diese jüngste Innovation zeigt das anhaltende Engagement von Horse Powertrain für Forschung und Entwicklung und stellt Zulieferern und OEMs die Werkzeuge zur Verfügung, um die Messlatte in Bezug auf Kraftstoffverbrauch und Emissionsleistung höher zu legen. Der Amorphous Motor ist ein ideales Instrument, um eine neue Generation hocheffizienter Range-Extended-Elektrofahrzeuge, Hybride und Plug-in-Hybride anzutreiben und sicherzustellen, dass diese Technologien weiterhin eine bedeutende Rolle auf dem Weg der Automobilindustrie zur Dekarbonisierung spielen.“

Wie Horse Powertrain erklärt, fehlen dem metallischen Glas die üblichen Metallgitter. Die Metallatome des amorphen Stahls sind ungeordnet, was dem Material fließende Eigenschaften, ähnlich wie bei einem Fenster, verleiht. Es erhält dadurch spezielle Eigenschaften, die normalerweise typisch für Glas sind, etwa eine hohe Oberflächenfestigkeit und eine hohe Korrosionsbeständigkeit.

0,025 mm dicke Lagen aus amorphem Stahl

Der Stator des Elektromotors besteht aus nur 0,025 mm dicken Lagen aus amorphem Stahl. Die Verluste sinken dadurch im Vergleich zu einem herkömmlichen Stator aus Stahl um rund 50 Prozent. Laut Horse Powertrain sinkt der Energiebedarf eines Hybridautos durch den effizienten Aufbau des Motors um rund ein Prozent.

Quelle:

Pressemitteilung von Horse Powertrain

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