Von: Dennis L.
Künstliche Bestäubung

Mini-Drohnen sollen im Ernstfall Bienen ersetzen

Noch immer ist kein Ende des globalen Bienensterbens in Sicht. Für den Fall, dass die Bienen in Zukunft aussterben, wollen japanische Forscher auf kleine Drohnen zur Bestäubung setzen.>

Künstliche Bestäubung: Mini-Drohnen sollen Bienen ersetzen.
© Eijiro Miyako / AIST

Tsukuba (Japan). Bienen, so klein sie auch sein mögen, sind für den Menschen und das Ökosystem unverzichtbar. Sie bestäuben rund 80 Prozent der Landpflanzen der Erde und sichern so das Überleben von Bäumen, Blumen, Gräsern und indirekt auch das des Menschen und vieler anderer Lebewesen. Neuste Forschungen gehen davon aus, dass wenn die Bienen aussterben, auch wenige Jahre später der Mensch aussterben wird.

Da das globale Bienensterben derzeit nicht aufzuhalten ist, haben sich Eijiro Miyako und seine Kollegen vom japanischen Forschungsinstitut AIST eine Alternative einfallen lassen. Im Ernstfall, also wenn der Tag kommt, an dem es das Ökosystem aus dem Grund des Bienensterbens zusammenbricht, sollen kleine automatisierte http://www.forschung-und-wissen.de/thema/drohnen/ die Aufgabe der Bienen übernehmen.

Mit Hilfe der Technik Pflanzen bestäuben

Miyako konnte bei der Entwicklung auf seine zehn Jahre alten Forschungsergebnisse über klebrige Spezialgele zurückgreifen. Mit Hilfe des Gels, welches die Forscher an die Unterseite der Drohnen befestigt haben, konnten sie in ersten Versuchen tatsächlich erfolgreiche Bestäubungen vornehmen.

Die Natur hat Bienen mit feinen Härchen auf der Körperoberfläche ausgestatten mit denen sie die Pollen transportieren. Bei der technischen Alternative übernimmt diese Aufgabe ein knapp vier Zentimeter kleiner Quadrocopter, welcher durch ein ionisches Gel und elektrostatischer Effekte Blütenstaub aufnehmen und wieder abgeben kann. Die kleinen Drohnen wurden zusätzlich mit Pferdehaaren ausgestattet um die Oberfläche für den Pollentransport zu erhöhen und um eine höhere elektrostatische Aufladung zu erzeugen.

Fliegen in Zukunft Millionen kleiner Drohnen durch die Luft?

Müssen wir in Zukunft in einer Welt leben, in der Millionen ferngesteuerte Quadrocopter über Wiesen und Wälder fliegen? Vielleicht. Sicherlich sind die kleinen Drohnen der japanischen Wissenschaftler keine endgültige Version und sollten wir zur Bestäubung tatsächlich auf technische Hilfe angewiesen sein, müssen die kleinen Roboter noch deutlich verbessert werden. Dazu zählt dann wohl vor allem das autonome fliegen sowie eine Akkuaufladung durch Sonnenlicht. Viel wichtiger ist jedoch, dass es den Forscher gelungen ist, Pollen von einer Pflanze zu einer anderen zu bringen. Ein wichtiger Schritt, wie sie im Fachmagazin Chem berichtne.

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