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Thermoakustik

Klimaanlage nutzt Hitze anstatt Strom oder Chemikalien

Das niederländische Startup SoundEnergy hat ein neuartiges Kühlgerät vorgestellt, welches weder Strom noch Chemikalien für den Betrieb benötigt. Das Klimagerät nutzt stattdessen Hitze, die mit Hilfe der Thermoakustik die benötigte Energie erzeugt.

Enschede (Niederlande). In Zeiten der globalen Erderwärmung werden die Sommer immer heißer und Klimaanlagen immer gefragter. Diese haben nur zwei große Nachteile: Sie benötigen für den Betrieb viel Strom und im Regelfall klimaschädliche Kältemittel. Eine Klimaanlage die keine laufenden Kosten durch Strom, Chemikalien oder andere Verbrauchsstoffe verursacht, sondern lediglich Hitze benötigt, um zu kühlen, wäre revolutionär. Genau dies ist dem niederländischen Startup SoundEnergy gelungen. Sie haben eine hochkomplexe Klimaanlage konstruiert, die mit Hilfe der Thermoakustik als Endprodukt Kälte produziert.

Das Unternehmen nutzt für ihre Klimaanlage eine Technologie, die sehr an einen sogenannten Stirlingmotor erinnert und über hochkomplexe physikalische Vorgänge Hitze nicht in Bewegung umwandelt, sondern in Schallwellen. Diese laufen im nächsten Schritt durch einen geschlossenen, unendlichen und unter Druck gesetzten Kreislauf, wo sie immer weiter verstärkt werden. Anschließend nutzt das Klimagerät die mechanische Energie, um daraus Kälte zu erzeugen. Vereinfacht gesagt funktioniert dies, indem die Schallwellen die Hitze der Elementarteilchen zerstreuen. Wer diesen Prozess nicht nachvollziehen kann, braucht sich aber nicht schlecht fühlen, denn laut SoundEnergy-Manager Roy Hamans verstehen gerade einmal ein Dutzend Menschen auf der Welt diesen hochkomplexen Prozess.

Klimaanlage ohne Strom?

Eine Klimaanlage, die ohne Strom und Chemikalien läuft, hört sich schon sehr utopisch an und lässt schnell vermuten, dass es sich bei diesem Klimagerät nur um heiße Luft handelt. Dem ist aber nicht so, denn ein erstes Exemplar der rund 45.000 Euro teuren Klimaanlage ist bereits in Dubai in Betrieb, ein weiteres Exemplar wurde an eine nicht genannte Regierung verkauft. Interessenten können sich zudem auf der kommenden Hannover Messe ausführlicher über das neue Klimagerät informieren (20.04.2020 bis 24.04.2020, Halle 27, Stand F67).

Schafft es SoundEnergy den hohen Anschaffungspreis weiter zu senken und die Klimaanlage für normale Haushalte praktikabel zu machen, wäre es tatsächlich eine Revolution, die den weltweiten Energiebedarf signifikant reduzieren könnte und der Umwelt zu Gute käme.

2 Kommentare

Dennis B
Das ist Doch mal eine richtig feine Sache, ich hoffe es gelingt tatsächlich die Produktionskosten zu senken und ich hoffe auch dass soviele Menschen wie möglich auch ein bisschen mehr Geld bezahlen um sich solch eine Anlage anzuschaffen.
Rem
Nichts ist ohne Nachteile
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