Warentransport

Hyperloop soll Lkws in den Niederlanden ersetzen

Robert Klatt

Das Startup Hardt Hyperloop plant ein 10.000 km langes Hyperloopnetz quer durch Europa. In den Röhren könnten Menschen und Waren bis mit zu 1.000 km/h transportiert werden. Im ersten Schritt soll eine Strecke zwischen Amsterdam und Rotterdam errichtet werden.

Delft (Niederlande). Das Startup Hardt Hyperloop aus Delft hat 2019 die erste Hyperloop-Röhre in Europa eröffnet. Mit einer Länge von nur 30 Metern ist die Test-Röhre zwar sehr kurz, ermöglicht aber trotzdem die Erprobung aller Komponenten des Transportmittels, darunter der Antrieb, die Magnetschwebetechnik und das Vakuum sowie den Hyperloop Lane Switch (HLS), eine Technik, die es, den Transportkabeln in der Röhre, ermöglicht die Spur zu wechseln.  

Mars Geuze, Leiter eines operativen Geschäftsbereichs bei Hardt Hyperloop sagte dazu 2019: „Nach zwei Jahren Forschung und harter Arbeit sind wir die Ersten in Europa, die ein funktionsfähiges Hyperloop-System fertiggestellt haben. Außerdem haben wir einen Spurwechselmechanismus entwickelt, der es uns ermöglicht, in naher Zukunft ein Hyperloop-Netzwerk aufzubauen.“

Das Ziel des Startups ist ein 10.000 km langes Netz quer durch Europa, das Waren und Menschen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1.000 km/h transportieren soll. Die Strecke Paris Amsterdam würde so nur eine halbe Stunde dauern und der Hyperloop wäre damit schneller als herkömmliche Verkehrsflugzeuge.

Strecke zwischen Amsterdam und Rotterdam

Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens wird nun der Bau einer ersten Strecke zwischen Rotterdam und Amsterdam geplant, die vorerst ausschließlich Waren transportieren soll. Es handelt sich dabei um den meistbefahrenen Frachtkorridor des Landes.

Hardt Hyperloop sieht gegenüber Lkws vor allen Vorteile in der deutlich höheren Geschwindigkeit, die besonders beim großen Anteil der Frischwarenindustrie in den Niederlanden relevant ist. Außerdem ist der elektrisch betriebene Hyperloop deutlich besser für die Umwelt als Lkws, weil bei Verwendung von Ökostrom keine Kohlendioxidemissionen entstehen.

Hyperloop Development Program (HDP)

Zur Realisierung des Projekts wurde das öffentlich-private Hyperloop Development Program (HDP) gegründet. Neben Hardt Hyperloop gehören zu den Initiatoren größere Exportunternehmen, mehrere Städte und Gemeinden sowie die Provinzen Nordholland und Südholland. Eine von der Regierung finanzierte Machbarkeitsstudie prüft nun das Projekt.

Das Ziel ist es „ähnliche Herausforderungen zu identifizieren und Lösungen zu finden, mit denen urbane Gebiete in anderen Teilen Europas konfrontiert sind, um so den Weg für Investitionen in Hyperloop-Infrastruktur auf dem gesamten Kontinent zu ebnen.“

Walther Ploos van Amstel, Ökonom und Dozent für Stadtlogistik an der University of Applied Science in Amsterdam: „Hyperloop ist ein 'Gamechanger' für das Transportwesen, genau wie der Container in den 1960er-Jahren. Die Wettbewerbskraft der Regionen wird sich ändern. Darauf müssen die Niederlande als logistischer Mainport von Europa jetzt reagieren.“

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