Robert Klatt
In China wurde eine große Druckluftspeicheranlage mit einer Speicherkapazität von 2400 MWh und einer Maximalleistung von 600 MW in Betrieb genommen. Das System kann 600.000 Haushalte mit Strom versorgen und spart etwa 600.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr ein.
Huai'an (China). Die Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie unterliegt deutlich größeren Leistungsschwankungen als die aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken. Die Energiewende benötigt deshalb neben neuen Kraftwerken auch große Energiespeicher, um die Schwankungen bei der Stromproduktion der erneuerbaren Energien auszugleichen. Ein Beispiel dafür ist der größte Batteriespeicher Europas, der mit seiner Gesamtkapazität von 600 Megawattstunden (MWh) 3,1 Millionen Haushalte für zwei Stunden mit Strom versorgen kann.
In China wurde nun eine Druckluftspeicheranlage mit einer Speicherkapazität von 2400 (MWh) und einer Maximalleistung von 600 Megawatt (MW) in Betrieb genommen. Das Compressed Air Energy Storage (CAES) System nutzt rund 980.000 m³ der Huai'an-Salzkavernen als Energiespeicher. Es funktioniert, indem in Zeiten mit überschüssiger Energie, etwa bei starkem Sonnenschein oder Wind, Luft in 1.150 bis 1.500 Metern komprimiert eingelagert wird. Dazu nutzt der Druckluftspeicher die adiabatische Hochtemperaturverdichtung, die auf geschmolzenem Salz und verdichtetem Thermalwasser basiert.
Die Verdichtungswärme des Systems wird als Energiespeicher genutzt. Wenn die Energie benötigt wird, wandeln Turbinen den abgeschlossenen Druck wieder in Strom um. Der Wirkungsgrad des Systems liegt laut Shanghai Electric bei 71 Prozent.
Laut dem Unternehmen soll die Druckluftspeicheranlage rund 792 Millionen kWh Strom pro Jahr erzeugen. Dies reicht aus, um etwa 600.000 Haushalte in China mit Strom zu versorgen. Gegenüber der normalen Stromproduktion in China, die trotz des rapiden Ausbaus der erneuerbaren Energien, etwa mehr als 1.000 Gigawatt (GW) installierter Solarleistung, noch immer viel Kohle nutzt, spart die CAES rund 250.000 Tonnen Kohle und 600.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr ein. Die Kosten des Systems lagen bei insgesamt etwa 520 Millionen US-Dollar.