Loyal Wingman

Boeing erprobt autonome Militärdrohnen mit Künstlicher Intelligenz

Robert Klatt

Das neue Airpower Teaming System (ATS) vernetzt autonom fliegende Drohnen. Diese sollen in Zukunft allein militärische Missionen übernehmen oder Kampfjets mit menschlichen Piloten unterstützten.

Canberra (Australien). Das Luft- und Raumfahrttechnikunternehmen Boeing hat in Australien sein Airpower Teaming System (ATS) erprobt. Es handelt sich dabei um ein neues Kommunikationssystem, mit dem autonom fliegende Militärdrohnen während einer Mission kommunizieren und Daten austauschen können. Laut eines Berichts von The Register wurden während der Erprobungsflüge fünf 3,3 Meter lange und bis zu 270 km/h schnelle Drohnen mit Jet-Antrieb genutzt.

Der Test verlief laut Emily Hughes, Direktorin von Phantom Works International, der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Boeing erfolgreich. Sowohl die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI) als auch die Datenverbindungsfunktionen zur Kommunikation zwischen den Drohnen und weiteren Plattformen funktionierten also. In Zukunft sollen Drohnen und Flugzeuge dank des ATS besser zusammenarbeiten können und Missionen häufiger erfolgreich abschließen.

Testflüge zur Verbesserung des Airpower Teaming Systems

Nötig waren die Testflüge, um noch vorhandene Fehler und Schwachstellen des Airpower Teaming System zu entdecken und die Entwicklung weiter voranzutreiben. Im nächsten Schritt soll das ATS in 11,7 Meter lange Drohnen mit bis zu 3700 km Reichweite integriert werden.

Die Flugdrohnen sollen dann autonom gemeinsam mit bemannten Kampfjets zusammenarbeiten, sind aber auch dazu gedacht, um eigene Missionen ohne weitere Kampfjets durchzuführen. Sie besitzen dazu einen modularen Frontbereich, der in abhängig von der Mission mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden kann.

Überwachungs- und Aufklärungsmissionen

Der Fokus der Drohnen soll laut Boeing auf Überwachungs- und Aufklärungsmissionen liegen, taktische Frühwarnmissionen gehören aber auch zum geplanten Aufgabengebiet. In Kooperation mit bemannten Flugzeugen spricht Boeing außerdem vom sogenannten „Loyal Wingman“, also von Drohnen, die bei gefährlichen militärischen Missionen menschliche Piloten unterstützen. Bisher hat Boeing am Entwicklungsstandort in Australien drei dieser Fluggeräte gebaut. Diese befinden sich aber noch in einem frühen Entwicklungsstadium und sind noch nicht einsatzbereit.

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