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Telefonsex-Studie

Was für Menschen rufen Telefonsex-Nummern an?

Telefonsex-Nummern kennt man durch nächtliche TV-Werbung oder durch diverse Printanzeigen. Forscher haben sich nun gefragt, was für Menschen diese Angebote nutzen und stellten fest, dass Sex am Telefon in der Gesellschaft weiterverbreitet ist, als man annehmen mag.

Bielefeld (Deutschland). Kaum jemand denkt, dass im Zeitalter des Internets Telefonsex immer noch boomt. Aber auch wenn es kaum transparente Marktzahlen über dieses spezielle Geschäftsfeld gibt, so sprechen die Anbieter immer noch von einem sehr lukrativen Geschäft. Aber was genau sind das für Menschen, die die nicht ganz günstigen Erotik-Nummern für private Live-Kontakte wählen und was treibt sie an? Diese Fragen haben nun Forscher mit Hilfe einer Umfrage und einem persönlichen Interview beantworten können.

Die Forscher befragten für ihre Studie 78 Männer, die von Zeit zu Zeit oder sogar regelmäßig Telefonsex-Dienste in Anspruch nehmen und im Rahmen der Studie Auskunft über ihre Motive und Gewohnheiten gaben.

Das öffentliches Bild vom Sex am Telefon

Die Öffentlichkeit stellt sich in der Regel den Telefonsex-Anrufer wie folgt vor: Er ist männlich, zwischen 36 und 62 Jahre alt und nicht fähig für eine feste Beziehung zu führen. Zudem ist er ein Eigenbrötler und kontaktscheu. Einige Menschen glauben auch, dass vorwiegend Männer mit perversen Neigungen diese Dienste in Anspruch nehmen.

Die Studie hat jedoch gezeigt, dass das öffentliche Bild des typischen Telefonsex-Kunden überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt. Die Studie hat gezeigt, dass Telefonsex vielmehr ein Vergnügen bundesdeutscher Bildungsbürger ist. Rund 46 Prozent der Befragten gehört dabei der wohlhabenden Bevölkerungsschicht an und arbeiten als Beamte, Anwälte oder Manager. Heraus kam zudem, dass 93 Prozent aller Anrufer, egal aus welchen Bevölkerungsschichten und welchen Alters, individuelle Live-Gespräche bevorzugen. Lediglich sieben Prozent finden Gefallen an erotischen Bandansagen.

Motive sind unterschiedlicher als man annehmen mag

Natürlich ist die sexuelle Befriedigung das Hauptmotiv der Anrufer. Aber tatsächlich gaben auch einige der Befragten an, einfach nur Spaß und Entertainment zu suchen. „Ich bin einfach amüsiert. Ich suche auch keinerlei Befriedigung darin“, gab einer der Befragten an. Jemand anderes gab an, dass er das erotische Geflüster lustig findet. Es aber für ihn nichts anderes sei, als Radio zu hören.

Andere wiederum gaben an, die Telefonsex-Nummern zu wählen, da man am Telefon Phantasien ausleben kann, die man sich im realen Leben nicht traut auszuleben. So könne man bestimmte Dinge mit seiner Partnerin nicht machen und so werden diese Wünsche halt über das Telefon realisiert. Ein weiterer Studienteilnehmer gab an, dass ihn nicht das Sexuelle reizt, sondern ausschließlich das Sprachliche, was er in seiner Beziehung beim Sex nicht ausleben kann bzw. will.

Wünsche sind breit gefächert

Die Auswertung der Studie zeigte zudem, dass die sexuellen Vorlieben der Anrufer höchst unterschiedlich sind. So lauschen rund zwölf Prozent der Anrufer gerne bei der (gespielten) Selbstbefreiung der Damen am anderen Ende der Leitung, rund zehn Prozent gaben an auf sehr dominantes Verhalten der Frauen zu stehen und acht Prozent wünschen sich ein erotisches Rollenspiel mit der neuen Kollegin am Arbeitsplatz. Sehr selten hingegen stehen die Anrufer auf sehr bizarre Sexphantasien.

Der typische Anrufer

Die öffentliche Vorstellung des glücklosen und perversen Mannes stimmt keineswegs. So lebt der typische Anrufer von Telefonsex-Nummern in einer festen Partnerschaft und genießt die erotischen Telefonate als Abwechslung, Ergänzung oder eigenständige sexuelle Variante. Nur ein kleiner Teil, 17 Prozent, der Anrufer sind tatsächlich Single.

Die meisten der Anrufer gönnen sich Telefonsex als sporadischen Luxus und sie rufen zum Großteil gegen späten Abend an. Frauen hingegen nutzen diese Dienste eher vormittags.

Die Gesprächsdauern variieren zwischen einer halben Minute und sieben Minuten, wie die Damen am anderen Ende der Leitung berichten.

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