Diskriminierung

Antisemitische Klischees bei AfD-Wählern stark verbreitet

Robert Klatt

Vorbehalte gegen Juden sind in Deutschland noch weitverbreitet. Am häufigsten stimmen AfD-Wähler antisemitischen Klischees zu.

Berlin (Deutschland). Laut einer Forsa-Untersuchung im Auftrag des Zentralrats der Juden in Deutschland sind Vorbehalte gegen Juden in der deutschen Bevölkerung noch immer stark verbreitet. Etwa ein Viertel bis ein Drittel (25 – 33 %) der Gesamtbevölkerung stimmt demnach offen oder implizit antisemitischen Klischees zu. Die Aussage „Juden zögen für sich einen Vorteil aus der deutschen Schuld am Holocaust“ bejahten etwa 30 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei AfD-Wählern sind es sogar 59 Prozent.

Insgesamt nahmen an der Umfrage, die im Rahmen des jüdisch-muslimischen Dialogprojekts Schalom Aleikum durchgeführt wurde, seit 2019 3.914 Menschen teil. Davon wurden 1.004 Personen ab 18 Jahren im Juni 2021 interviewt.

Hohe Zustimmung bei AfD-Wählern

Auch die übrigen antisemitischen Klischees finden bei AfD-Wählern eine hohe Zustimmung. Die Aussage „was Juden heute mit den Palästinensern machen, sei nichts anderes als das, was die Nationalsozialisten mit Juden gemacht haben“, stimmten 21 Prozent der Befragten zu. Bei  AfD-Wählern waren es 31 Prozent. Der Ansicht, dass „Juden einen großen Einfluss auf die Politik in Deutschland hätten“ haben 24 Prozent der Umfrageteilnehmer. Betrachtet man nur die AfD-Wähler sind es 50 Prozent. Außerdem untersuchte die Studie den Antisemitismus unter Muslimen. Als Hauptgrund dafür nannten die Teilnehmer den Nahostkonflikt.

Diskriminierung von Juden und Muslimen

Im Rahmen der Studie wurde außerdem untersucht, wie häufig Juden und Muslime in Deutschland wegen ihrer Religion diskriminiert werden. Dies tritt deutlich häufiger auf als im Landesdurchschnitt. Innerhalb eines Jahres wurden laut Aussagen der Teilnehmer 40 Prozent aller Juden und über die Hälfte aller Moslems auf irgendeine Weise benachteiligt, ausgegrenzt oder bedroht.

Die Ethnie war bei jedem fünften Juden (20 %) und jedem zweiten Moslem (50 %) ein Diskriminierungsgrund. Über die Hälfte der Vorfälle hat sich im Internet abgespielt. Häufig waren außerdem Vorfälle bei der Wohnungssuche und im Berufsleben.

Kontakt zu Muslimen hat laut der repräsentativen Studie mehr als die Hälfte (54 %) der Deutschen. Zu Juden hat nur ein deutlich kleinerer Teil (12 %) der Gesamtbevölkerung Kontakt

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