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Otto und Amazon führend

Möbel werden in Deutschland zunehmend über das Internet gekauft

Zwei unabhängige Studie zeigen, dass in Deutschland immer mehr Möbel online gekauft werden. Die Hauptgründe dafür sind die größere Auswahl und die bessere Vergleichbarkeit der Preise.

Berlin (Deutschland). Der Siegeszug des E-Commerce scheint in Deutschland nicht mehr aufzuhalten zu sein. Innerhalb von zwanzig Jahren ist der Umsatz im Bereich B2C (Business-to-Consumer) laut dem Meinungs- und Marktforschungsportal Statista von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 1999 auf prognostizierte 57,8 Milliarden Euro im Jahr 2019 angestiegen. Neben klassischen Versandprodukten wie Kleidung und Büchern steigen auch die Umsätze der Möbelbranche im Onlinehandel stetig. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmen ecommerceDB hat allein Amazon im Jahr 2018 in Deutschland rund 1,3 Milliarden Euro mit Möbeln umgesetzt, dich gefolgt von Otto mit rund 1,1 Milliarden Euro. Überraschenderweise liegt Ikea, die den stationären Handel in Deutschland dominieren, mit 300 Millionen Euro Onlineumsatz abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Wie das Marktforschungsunternehmen Kantar TNS im Auftrag von Otto ermittelt hat, haben bereits 37 Prozent aller Deutschen Möbel online gekauft. 48 Prozent der Befragten gaben an, dass es grundsätzlich für sie in Frage kommt Möbel online zu kaufen. Die größte Kaufbereitschaft haben jüngere Paare und Familien. Außerdem zeigt die Studie, dass die Tendenz Möbel über das Internet zu bestellen bei Frauen höher ausfällt als bei Männern.

Spezialisierter Möbelhandel zunehmend von Universalhändlern verdrängt

Auch bei Personen, die ihre Möbel weiterhin im Laden kaufen, hat das Internet zumindest als Informationsquelle an Bedeutung gewonnen. 54 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie online nach Inspirationen und Einrichtungsbeispielen für den Möbelkauf suchen. 43 Prozent der Probanden vergleichen im Internet die Preise, unabhängig davon ob sie später auch online einkaufen oder einen Laden aufsuchen. Besonders relevant sind hierbei Universalhändler wie Otto oder Amazon, die spezialisierte Online-Möbelhändler als Quelle zur Informationsbeschaffung überholt haben und nun auf dem zweiten Platz liegen.

Parallel zur besseren Informationsversorgung und der größeren Auswahl bei Online-Händler sind auch die Ansprüche der Kunden gewachsen. Dies äußerst sich vor allem in der Preissensibilität, die in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist. Besonders Frauen, die beim Kauf von Möbeln neben optischen Aspekten oft auch auf die Reinigung und die Nachhaltigkeit der Produkt Wert legen, scheinen die neuen Möglichkeiten, die die Onlinevergleiche bieten stark zu nutzen.

Guter Service schafft Vertrauen

Eine unabhängige Studie der Unternehmens- und Managementberatung KPMG zeigt fast identische Ergebnisse. Zu den größten Problemen des Möbel-Onlinehandels gehört laut beiden Studien das mangelnde Vertrauen der Kunden, das vor allem bei Frauen oft fehlt. Einige Maßnahmen wie zum Beispiel:

  • Guter Service
  • Genaue Produktbeschreibungen
  • Produktbilder in guter Qualität und aus verschiedenen Perspektiven
  • Kundenbewertungen
  • Abholung der Möbel bei Umtausch
  • Kostenlose Stoffmuster

können diese Bedenken bei vielen Kunden aber beseitigen und so neue Kunden gewinnen.

Sollte die Prognose vom KPMG Recht behalten, wird der Onlinehandel in den nächsten Jahren im Bereich Einrichtung weitere Umsatzrekorde setzen und den klassischen stationären Handel zunehmend verdrängen.

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