Robert Klatt
Das Geldvermögen der Privathaushalte hat ein neues Rekordhoch erreicht, unter anderem, aufgrund hoher Kursgewinne bei Aktien und der traditionellen hohen Sparquote der meisten Deutschen. Im laufenden Jahr ist eine deutliche Steigerung ebenfalls wahrscheinlich.
Frankfurt am Main (Deutschland). Die DZ Bank erfasst regelmäßig das Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland. Laut dem letzten Bericht der Bank lag dieses Vermögen, das neben Bargeld auch alle weiteren finanziellen Ansprüche und liquide Mittel wie Bankguthaben und Aktien umfasst, aber keine Sachvermögen wie Immobilien und immaterielle Güter, Ende 2025 bei mehr als 10.000.000.000.000 Euro (13 Billionen).
Laut den Ökonomen der DZ Bank nimmt das Geldvermögen in Deutschland kontinuierlich zu, weil viele Deutsche eine hohe Sparquote haben. In den vergangenen Jahren haben zudem Investitionen in Aktien, deren Kurse sich positiv entwickelt haben, zu einer deutlichen Steigerung des privaten Geldvermögens geführt.
In der Hochrechnung kommt die DZ Bank zu dem Ergebnis, dass das nominale Geldvermögen im Vorjahr um rund 600 Milliarden Euro (+ 6 %) auf nun 10,03 Billionen Euro gestiegen ist. Der Ökonom Michael Stappel geht davon aus, dass das Vermögen 2026 weiter ansteigt, obwohl mit geringeren Kursgewinnen bei Aktien und einer sinkenden Sparquote zu rechnen ist. Es ist laut Stappel damit zu rechnen, dass das Geldvermögen im laufenden Jahr auf 10,5 Billionen Euro (+ 5 %) steigt.
Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass die Deutschen 2025 aufgrund der hohen Inflation und der wirtschaftlich unsicheren Situation nicht so viel Geld sparen konnten wie in den Vorjahren. 2025 lag die Sparquote mit 10,3 Prozent trotzdem deutlich über dem internationalen Durchschnitt. Im Mittel hat jeder Einwohner 270 Euro pro Monat gespart.
Obwohl immer mehr Menschen in Deutschland Aktien und ETFs zum Vermögensaufbau nutzen, befindet sich noch immer ein Großteil des privaten Geldvermögens in Anlageformen mit schlechten Renditen, etwa gering verzinsten Tagesgeldkonten, deren Zinssatz oft unterhalb der Inflation liegt. Die reale Kaufkraft der Ersparnisse nimmt also bei vielen Deutschen ab. Kursanstiege bei Aktien und Fonds haben laut der DZ Bank 2025 290 Milliarden der insgesamt 600 Milliarden Vermögenszuwachs generiert.
Quellen:
Pressemitteilung der DZ Bank