Devisenhandel

Forex Trading mit hohem Wachstum

Robert Klatt

Die Covid-19-Pandemie sorgt beim Forex Trading (Devisenhandel) für einen deutlichen Zuwachs des Handelsvolumens und zahlreiche neue Devisenkonten.

Berlin (Deutschland). Die Covid-19-Pandemie hat weltweit nicht nur über 1,4 Millionen Todesfälle (Stand 25. November 2020) verursacht, sondern auch die Weltwirtschaft verunsichert. Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) kam zu dem Ergebnis, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 bis 20205 global 28 Billionen Dollar Wertschöpfung vernichtet. Trotz oder grade wegen der finanziellen Unsicherheit und der wegfallenden Arbeitsplätze ist das Forex Trading seit Beginn der Pandemie in einem deutlichen Aufschwung.

Beim Forex Trading werden auf dem Devisenmarkt Währungen, Waren und Rohstoffe auf sogenannten OTC-(over the counter)-Online-Plattformen gehandelt. Geöffnet sind die dezentralen Plattformen 24 Stunden am Tag an 5 Tagen der Woche. Benötigt wird zum Forex Trading neben dem nötigen Wissen deshalb nur ein Computer mit Internet und ein ausreichendes Startkapital.

300 Prozent Wachstum

Seit Anfang des Jahres ist das Volumen des globalen Forex Handels um 300 Prozent gestiegen. Der Devisenmarkt ist damit trotz der Pandemie einer der größten und liquidesten Handelsmärkte. Verantwortlich dafür sind vor allen Trader, die ihre Guthaben in lokalen Währungen in starke Währungen wie den US-Dollar und den Euro umtauschen.

Außerdem stieg die Anzahl der aktiven Devisenkonten aufgrund zahlreicher neuer Trader monatlich laut Marktdaten um 25 bis 50 Prozent. Im Zeitraum von März bis Juni 2020 wurden monatlich etwa 200.000 neue Konten eingerichtet. Ein Großteil der neuen Händler stammt aus Entwicklungsländern in Afrika und Südostasien. Osteuropa, Russland und Japan verzeichneten jedoch auch große Wachstumsraten bei neuen Handelskonten.

Abwanderung zu großen Brokern

Trotz der deutlichen Zunahme neuer Trader und des signifikant höheren Handelsvolumens profitieren nicht alle Broker von dem Boom beim Devisenhandel. Dies liegt an den höheren Liquiditätsanforderungen, die kleinere Broker mit geringer Kapitaldeckung überfordern könnte. Viele Trader wandern deshalb vermehrt zu großen und etablierten Brokern ab, bei denen sie ihre Guthaben in Sicherheit sehen.

Beispielloses Wachstum

Das aktuelle Wachstum des Handelsvolumens ist im Devisenhandel beispiellos. Zuvor konnte die Branche das durchschnittliche tägliche Volumen innerhalb von zehn Jahren nur um 40 Prozent steigern. Als Hauptgründe für diese ungewöhnliche Entwicklung nennen die Studienautoren die hohe Marktvolatilität und die das Gewinnpotenzial in Zeiten der Pandemie. Außerdem haben mehr potenzielle Trader während ihrer Arbeit im Homeoffice Zeit sich in die neue Tätigkeit einzuarbeiten. Ob das Wachstum langfristig anhält, ist hingegen kaum prognostizierbar.

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