Prognose des IWF

Covid-19-Pandemie zerstört 28 Billionen Dollar Wertschöpfung

Robert Klatt

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Covid-19 gefährdet die Wohlstands-Perspektiven in reichen und armen Ländern langfristig. Im Vergleich zu anderen europäischen Industrieländern scheint Deutschland die Pandemie aus ökonomischer Perspektive gut zu überstehen.

Washington (U.S.A.). Laut einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Covid-19-Pandemie nicht nur für mehr als eine Million Todesfälle verantwortlich, sondern bedroht in vielen Regionen der Welt auch den Wohlstand der Bevölkerung. Berechnung der Wissenschaftler zeigen, dass durch die Pandemie im Zeitraum von 2020 bis 2025 28 Billionen Dollar an Wertschöpfung verloren gehen. Gita Gopinath, Chefökonomin des IWF erklärt, dass dies „ein schwerer Rückschlag für die Wohlstands-Perspektiven in reichen und armen Ländern ist.“

2021 wird das globale Wirtschaftswachstum laut der Prognose der Ökonomen 5,2 Prozent betragen. Dies wäre zwar eine deutliche Erholung, reicht in den meisten Ländern aber trotzdem nicht dafür aus, die Wirtschaftsleistung von 2019 zu erreichen. Für die Folgejahre prognostiziert der IWF eine jährliche Wachstumsrate von 3,5 Prozent.

Deutschland mit guten Aussichten

Im Vergleich zu anderen Industrieländern der Europäischen Union (EU) übersteht Deutschland laut der Prognose des IWF die Covid-19 deutlich besser. 2020 kommt es zwar zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6 Prozent, 2021 soll die Wirtschaft in der Bundesrepublik aber wieder um 4,1 Prozent wachsen. In Großbritannien, Italien, Frankreich sinkt die Wirtschaftsleistung laut dem IWF hingegen 2020 um etwa zehn Prozent, in Spanien sogar um 13 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung der U.S.A. sinkt 2020 um 4,3 Prozent und soll im kommenden Jahr um 3,1 Prozent steigen. Damit ist die Wirtschaft der U.S.A. deutlich weniger stark von Covid-19 getroffen als die Eurozone, deren Wirtschaft insgesamt 2020 um 8,3 Prozent einbricht.

Eine deutliche Ausnahme bildet hingegen die chinesische Wirtschaft. Als eines der weniger großen Staaten soll die Wirtschaftsleistung Chinas trotz Covid-19 2020 um 1,9 Prozent ansteigen. 2021 beträgt das Wirtschaftswachstum in China laut der Prognose des IWF sogar 8,2 Prozent.

Polarisierungstrends auf dem Arbeitsmarkt

Die relativ schnelle Erholung der Wirtschaft in vielen Regionen der Erde wurde laut dem IWF durch Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen sowie Lockerungen von Stillstandsauflagen begünstigt. Trotz des Quasi-Kollapses der Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte hat sich auch die Beschäftigungslage inzwischen wieder deutlich verbessert, liegt aber noch unterhalb des Niveaus vor der Covid-19-Pandemie.

Außerdem haben sich Polarisierungstrends auf dem Arbeitsmarkt durch die Pandemie weiter verstärkt. Dies trifft besonders Berufseinsteiger, Frauen und Niedrigverdiener, die die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hart treffen. Durch Covid-19 sind global 90 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut abgerutscht. Gopinath warnt deshalb, dass durch die Pandemie „Arme ärmer werden.“

Finanzielle Hilfen weiterhin nötig

Laut Gopinath ist es deshalb essenziell, dass die Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft und der privaten Haushalte durch die Regierungen und Notenbanken nicht vorschnell beendet werden. Arme Länder könnten sich ansonsten deutlich langsamer von der Pandemie erholen als Industriestaaten. Dies liegt daran, dass das höhere Bevölkerungswachstum in armen Ländern ein höheres Wirtschaftswachstum benötigt, um ein gleichbleibendes Wohlstandsniveau zu sichern.

In einer Mitteilung an seine Mitglieder empfiehlt der IWF deshalb weiterhin die Zahlungen von Transferleistungen, Lohnsubventionen und Arbeitslosenhilfe sicherzustellen. Außerdem sollte die Wirtschaft durch Steuernachlässen, Schuldenmoratorien und staatlichen Eigenkapitalspritzen unterstützt werden, um Insolvenzwellen zu verhindern.

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