Fachkräftemangel

Deutschland braucht 400.000 Zuwanderer pro Jahr

Robert Klatt

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Deutschland benötigt laut des Chefs des Arbeitsagentur 400.000 Zuwanderer pro Jahr, um den Arbeitskräftemangel zu stoppen

Berlin (Deutschland). In Deutschland gab es laut Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) im zweiten Quartal 2021 mehr als eine Million unbesetzte Stellen. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele hat nun davor gewarnt, dass der Arbeitskräftemangel in den kommenden Jahren massiv steigen wird. „Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus“, erklärte Scheele gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Als Hauptgrund dafür nennt Scheele die demografische Entwicklung. Bereits 2021 ist die Anzahl der potenziellen Arbeitskräfte in Deutschland um fast 150.000 gesunken. Hinkommt die Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte ins AuslandIn den kommenden Jahren wird dies laut Scheele noch „viel dramatischer“. Die einzige Lösung dafür ist wie Scheele erklärt eine deutlich höhere Zuwanderung.

400.000 Zuwanderer pro Jahr

„Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Also deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Von der Pflege über Klimatechniker bis zu Logistikern und Akademikerinnen: Es werden überall Fachkräfte fehlen“, so Scheele.

Außerdem sind laut des Chefs der Arbeitsagentur die Qualifizierung Ungelernter sowie längere Arbeitszeiten für Angestellte, die unfreiwillig in Teilzeit sind, als Lösung für den Arbeitskräftemangel nötig.

Ausländische Berufsabschlüsse anerkennen

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 44.8000 im Ausland erlangte Berufsabschlüsse vollständig oder teilweise anerkannt. Dies ist laut Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) eine Zunahme von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den größten Anteil daran hatten mit 29.900 anerkannten Abschlüssen die Gesundheitsberufe.

Ebenfalls stark vertreten waren Ingenieure, Lehrer und Erzieher. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Einwanderung für qualifizierte Menschen attraktiver zu gestalten, trat am 1. März 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. In Zukunft könnte dieses Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen nochmals beschleunigt werden.

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