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Stoffwechselerkrankung

Vegetarische Ernährung senkt das Risiko an Gicht zu erkranken

Die Stoffwechselerkrankung Gicht tritt in Industrieländern immer häufiger auf – vorwiegend bei Männern. Eine prospektive Studie aus Taiwan belegt nun: Wer sich vegetarisch ernährt, senkt damit signifikant das Gichtrisiko.

Taipeh (Taiwan). Die Purin-Stoffwechselerkrankung Gicht, die auch Urikopathie oder Arthritis urica genannt wird, verläuft in Schüben und sorgt bei Patienten für Schmerzen in den Gelenken, Ablagerungen im Gewebe sowie zur langfristigen Schädigung der Niere. Diese Erkrankung tritt in den letzten Jahren vermehrt in Industrieländern und überwiegend bei Männern auf. Da bei dieser Erkrankung Purinen durch den Abbau

Nun konnten Wissenschaftler erstmals anhand von gleich zwei prospektiven Studien nachweisen, dass vegetarische Nahrung im Vergleich zu einer fleischhaltigen Ernährung, selbst wenn diese aus purinreichen Sojaprodukten besteht, signifikant senkt. Die Forscher spekulieren im Fachjournal Clinical Nutrition, ob für den Schutzeffekt wohlmöglich pflanzliche Inhaltsstoffe verantwortlich sind, die die Produktion der Harnsäure hemmen und die Entzündungen im Körper dämpfen.

Gicht-Studie mit rund 14.000 Probanden

„Wir konnten nachweisen, dass eine vegetarische Ernährung mit einem verringerten Gichtrisiko verbunden ist und dass sich diese Wirkung nicht nur auf das Absinken des Harnsäurespiegels beschränkt“, berichtet Chin-Lon Lin von der Fu-Jen Catholic University in Taipeh. Für ihre aktuelle Studie haben die Wissenschaftler Daten zweier voneinander unabhängigen Studien mit insgesamt 14.000 Probanden analysiert. Keiner der Probanden hatte zu Studienbeginn Symptome von Gicht gezeigt und mindestens zwei Jahre vorher weder geraucht noch Alkohol konsumiert. Bei Fragen zur Ernährung gaben rund 4.700 Probanden an, weder Fleisch noch Fisch zu essen.

Vegetarier schneiden sogar besser als Veganer ab

Im Laufe von fünf bis neun Jahren nach Start der Studien erkrankten die ersten 226 Probanden an Gicht. In der ersten Studie fiel das Gicht-Risiko bei Vegetariern um 67 Prozent geringer aus als bei Fleischessern. In der zweiten Studie lag der Unterschied immerhin noch bei 39 Prozent. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass der Harnsäurespiegel von Vegetariern die auch Eier und Milchprodukte aßen, deutlich niedriger als der von Veganern war, die wiederum keinerlei tierische Produkte konsumierten.

Es zeigte sich, dass die Vegetarier anstatt Fleisch und Fisch vermehrt Sojaprodukte aßen, die nachweislich einen hohen Puringehalt besitzen. Die pflanzliche und purinreiche Ernährung erhöhte aber offenbar nicht das Risiko an Gicht zu erkranken. Die Forscher vermuten, dass pflanzliche Purine wohlmöglich unbedenklicher sind als Purine mit tierischen Ursprung.

Auch beim Thema Entzündungen schnitten die Vegetarier besonders gut ab. Die Forscher vermuten, dass Sojaprodukte und andere pflanzliche Inhaltsstoffe die gichtbedingten Entzündungen hemmen, die Produktion der Harnsäure reduzieren und ihre Ausscheidung verstärken. Aus diesem Grund sei eine vegetarische Ernährung ein erfolgreicher Ansatz bei der Therapie und der Prävention von Gicht, schreiben die Forscher. Weitere Studien sollen nun klären, ob die erzielten Ergebnisse sich auf andere Bevölkerungsgruppen in anderen Ländern übertragen lassen.

Clinical Nutrition, doi: 10.1016/j.clnu.2019.03.016

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