Dänische Studie

SARS-CoV-2 – Masken schützen Träger kaum vor Infektion

Robert Klatt

Laut einer dänischen Studie ist die Schutzwirkung durch die Nutzung einer chirurgischen Maske für den Träger gering.

Kopenhagen (Dänemark). Eine Studie des Copenhagen University Hospital belegt, dass chirurgische Masken ihren Träger nicht sicher vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen. Die im Fachmagazin Annals of Internal Medicine publizierte Forschungsarbeit macht aber keine Aussage darüber, ob chirurgische Masken, die während der Covid-19-Pandemie häufig auch als Alltagsmasken oder Mund-Nasen-Schutz (MNS) bezeichnet, das Ansteckungsrisiko für andere Personen reduzieren oder zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Eine kanadische Studie kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit SARS-CoV-2-Infektionen um mindestens 25 Prozent reduziert.

Durchgeführt wurde die Studie Danmask-19 („Danish Study to Assess Face Masks for the Protection Against COVID-19 Infection“) vom 12. April bis zum 2. Juni. In dieser Zeit wurde die Bevölkerung in Dänemark zum Social-Distancing und zur verstärkten Handhygiene aufgefordert. Eine allgemeine Empfehlung zum Tragen eines MNS gab es während dieses Zeitraums aber noch nicht. Es war somit möglich zu untersuchen, ob Masken ihre Träger in einer Umgebung schützen, in der sich auch Menschen ohne MNS befinden.

6.024 Probanden untersuchen Wirkung von chirurgischen Masken

Um die Effekte von chirurgischen Masken auf das Infektionsrisiko der Träger zu untersuchen, unterteilen die Wissenschaftler um Henning Bundgaard 6.024 Erwachsenen, die sich pro Tag mehr als drei Stunden im Freien aufhielten, randomisiert in zwei Gruppen. Eine Hälfte erhielte 50 3-schichtigen chirurgischen Masken (Typ II EN 14683) mit einer Filtrationsrate von 98 %, die sie im Freien tragen sollten. Die Kontrollgruppe sollte sich hingegen ohne MNS im Freien aufhalten.

Neuinfektionen mit SARS-CoV-2

Anschließend untersuchten die Wissenschaftler, ob es bei der Anzahl der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gab. Eine Neuinfektion war in der Studie definiert als positiver Virusnachweis im oropharyngealen Abstrich, als klinische COVID-19-Diagnose und als Antikörpernachweis in einer Blutuntersuchung.

In der Maskengruppe kam es während der Studie zu 42 Neuinfektionen (1,8 %), in der Kontrollgruppe waren es 53 Neuinfektionen (2,1 %). Bei einer Odds Ration von 0,82 mit einem 95-%-Konfidenzintervall (0,54 bis 1,23) reduziert eine Maske demnach das Infektionsrisiko um tendenziell um 18 Prozent. Bei einem weiten Konfidenzintervall kommt die Studie zu einer Reduzierung des Risikos von 46 Prozent bis zu einer Steigerung des Risikos von 23 Prozent.

Schutzwirkung der Maske nicht nachweisbar

Die Studienergebnisse zeigen somit, dass aus wissenschaftlicher Perspektive die Schutzwirkung eines MNS für den Träger nicht nachweisbar sind. Eine Schutzwirkung für andere Atemwegsinfektionen konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

In der Planung gingen die Forscher noch davon aus, dass eine Maske das Infektionsrisiko von 2 Prozent auf 1 Prozent reduzieren würde. Die nun ermittelte deutlich geringe Schutzwirkung, bräuchte laut den Studienautoren zum Nachweis eine deutlich größere Probandenanzahl, eine Garantie dafür, dass tatsächlich eine Schutzwirkung vorliegt, gäbe es aber auch dann nicht.

Zusammenfassend zeigt die Studie somit, dass ein MSN in der Öffentlichkeit keinen sicheren Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 bietet. Maskenträger sollten laut den Autoren der Studie deshalb weiterhin Schutzmaßnahmen wie das Social-Distancing und eine gute Händehygiene befolgen.

Annals of Internal Medicine, doi: 10.7326/M20-6817

Spannend & Interessant
VGWortpixel