Feinstaub

Luftverschmutzung verschlechtert das Gedächtnis des Menschen

 Robert Klatt

PM2.5 mit Gedächtnisverlust verbunden )moc.sotohptisopedyhpargotohpIS(Foto: © 

Feinstaub entsteht durch verschiedene Prozesse, etwa Reifenabrieb. Es ist seit Langem bekannt, dass die kleinen Partikel der Gesundheit schaden, etwa dem Herzen und der Lunge. Nun wurde entdeckt, dass sie auch das Gehirn beeinflussen und die geistige Leistungsfähigkeit reduzieren.

Oakland (U.S.A.). Feinstaub, etwa PM2.5-Partikel, mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern, die also rund 30-mal kleiner als die Breite eines menschlichen Haares sind, entsteht bei verschiedenen Prozessen, etwa beim Verbrennen von Holz, Heizöl und Kohle, durch Reifen- und Bremsenabrieb und Waldbrände. Die Wissenschaft hat bisher vor allem untersucht, wie sich die Luftverschmutzung auf die Lunge, das Herz und die Blutgefäße auswirkt, hat aber auch entdeckt, dass Feinstaub der Fruchtbarkeit des Menschen schadet.

Forscher von Kaiser Permanente (KP) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, ob Feinstaub die geistige Leistungsfähigkeit, das Gedächtnis und das Demenzrisiko beeinflusst. Dies ist prinzipiell denkbar, weil die Partikel so klein sind, dass sie über den Blutkreislauf auch in das Gehirn gelangen können.

„Diese Studie ist ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis der langfristigen Auswirkungen von Feinstaub auf unsere Gesundheit. Luftverschmutzung beeinflusst mehrere Systeme des Körpers, und unsere Ergebnisse legen nahe, dass Belastungen die Gesundheit noch mehr als ein Jahrzehnt später beeinflussen können.“

Feinstaubbelastung über 17 Jahre

Die Studie basiert auf Daten der Study of Healthy Aging in African Americans (STAR) und umfasst 740 schwarze Probanden aus dem Bereich von San Francisco. Die Probanden waren zum Studienbeginn zwischen 53 und 94 Jahre alt und haben für einen Zeitraum von 17 Jahren regelmäßig Tests absolviert, die die geistige Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Bereichen zeigen.

„Frühere Studien haben gezeigt, dass Schwarze Erwachsene in den USA deutlich häufiger an Demenz erkranken als nicht-hispanische weiße Erwachsene. Es ist wichtig, die Ursachen dieser Ungleichheit zu untersuchen, und Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung sind einer von mehreren Faktoren, die wir erforschen.“

Die Feinstaubbelastung der Probanden wurde anhand von Luftverschmutzungsdaten an ihrer Wohnadresse gemessen. Es konnte so ermittelt werden, wie viel PM2.5-Feinstaub sie über Zeiträume von fünf, zehn und siebzehn Jahren über die lokale Luft aufgenommen haben.

Analyse der geistigen Leistungsfähigkeit

Die Forscher haben drei Kernbereiche der geistigen Leistungsfähigkeit untersucht, nämlich das semantische Gedächtnis, das das Allgemeinwissen umfasst, das semantische Gedächtnis, das sich an Wörter und Geschichten erinnert, und die exekutiven Funktionen, etwa das Planen und Multitasking.

Laut den Testergebnissen reduziert eine höhere PM2.5-Belastung über einen Zeitraum von 17 Jahren die Leistung des semantischen Gedächtnisses des Menschen deutlich. Die exekutiven Funktionen und das verbale Gedächtnis nehmen hingegen durch eine höhere Feinstaubbelastung nicht stärker ab.

Jeden kognitiven Bereich getrennt zu betrachten, ist wichtig, weil unterschiedliche Risikofaktoren die einzelnen Bereiche unterschiedlich beeinflussen können. Unsere Studie wurde entwickelt, um genau diese Unterschiede zu erkennen. Da wir kein globales Maß für die kognitive Leistungsfähigkeit verwendet haben, konnten wir feststellen, dass eine langfristige Belastung durch Luftverschmutzung das semantische Gedächtnis beeinflusst, andere Bereiche jedoch nicht.“

Quellen:

Pressemitteilung von Kaiser Permanente (KP)

Studie im Fachmagazin Alzheimer’s & Dementia: Behavior & Socioeconomics of Aging, doi: 10.1002/bsa3.70074

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