Coronavirus SARS-CoV-2

Impfpflaster 11-mal effektiver bei Omikron-Variante als Spritze

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • Ein neues Impfpflaster kann Impfstoffe in Hautschichten mit hoher Immunzelldichte injizieren
  • Bei der Omikron-Variante des Coronavirus war diese Impfmethode etwa 11-mal wirksamer als gewöhnliche Impfungen per Nadel
  • Auch bei andere Impfstoffen führte die alternative Impfstoffe zu einer stärkeren Immunreaktion

Ein neues Impfpflaster ist bei der Omikron-Variante des Coronavirus 11-mal wirksamer, als wenn der gleiche Impfstoff per Nadel verabreicht wird.

Saint Lucia (Australien). Anlässlich der Covid-19-Pandemie wurden in den letzten Jahren nicht nur neue Impfstoffe, sondern auch alternative Impfmethoden erforscht. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen Covid-19-Impfstoff zum Inhalieren entwickelt und an der University of North Carolina (UNC) entstand ein Pflaster, das Impfungen ohne Spritze ermöglicht.

Nun haben Forscher der University of Queensland gemeinsam mit dem Biotechnologieunternehmen Vaxxas eine weitere Studie mit einem Impfpflaster durchgeführt. Laut der Publikation im Fachmagazin Vaccine wurde der Impfstoff Hexapro mit der HD-MAP-Technologie (High-Density Microarray Patch) verabreicht. Vereinfacht erklärt, handelt es sich bei diesem System von Vaxxas um ein Pflaster, das Impfungen ohne eine gewöhnliche Spritze ermöglicht.

Hautschichten mit hoher Immunzelldichte

Laut Christopher McMillan von der University of Queensland gelangt der Impfstoff durch das Pflaster direkt in eine Körperregion mit einer hohen Anzahl von Immunzellen. Es ist deshalb bei der Bekämpfung der Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 deutlich wirksamer als gewöhnliche Impfungen per Nadel.

„Das hochdichte Mikroarray-Pflaster ist eine Plattform für die Verabreichung des Impfstoffs, die den Impfstoff genau in die Hautschichten bringt, die reich an Immunzellen sind. Wir fanden heraus, dass die Impfung über ein Pflaster etwa 11-mal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante war als der gleiche Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde“, so McMillan

Hohe Wirksamkeit bei allen Impfstoffen

Neben dem Hexapro-Impfstoff untersuchten die Wissenschaftler auch andere Impfstoffe, die sie mit dem Pflaster verabreichten. Die Ergebnisse waren dabei ähnlich. „Bislang hat jeder Impfstofftyp, den wir mit dem Pflaster getestet haben, einschließlich Untereinheiten, DNA, inaktivierte Viren und Konjugate, im Vergleich zu herkömmlichen Impfmethoden mit der Nadel eine bessere Immunantwort hervorgerufen“, erklärt McMillan.

Bessere Immunreaktion durch Impfpflaster

Laut David Muller von der Fakultät für Chemie und molekulare Biowissenschaften der University of Queensland zeigt die Studie, dass alternative Impfmethoden wie das Impfpflaster die Immunreaktion signifikant beeinflussen. Angesichts der aktuell zugelassenen Impfstoffe und der immer neuen Virusvarianten sind sie laut ihm daher eine Chance im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie.

„Diese verminderte Wirksamkeit wurde durch die Omikron-Variante deutlich, die über 30 Mutationen im Spike-Protein enthält. Die große Anzahl von Mutationen hat dem Virus die Fähigkeit verliehen, die von den aktuellen Impfstoffen ausgelösten Immunreaktionen zu umgehen“, erklärt Muller.

Die getestete Pflastertechnologie hat laut Muller das Potenzial, „eine neue – und wirksamere – Waffe in unserem Arsenal zu bieten, und das in einer Zeit, in der neue Varianten in rasantem Tempo mutieren“. Neben der besseren Wirksamkeit lobt der Wissenschaftler auch die einfache Anwendung, die es auch Laien ermöglicht, den Impfstoff zu verabreichen.

Produktionsanlage bereits im Bau

Laut David Hoey, Chef von Vaxxas hat das Impfpflaster seines Unternehmens „das bahnbrechende Potenzial, um Nationen zu helfen, besser auf globale Gesundheitsnotfälle, wie die aktuellen und zukünftigen Pandemien, zu reagieren.“ Aktuell baut das Unternehmen in Brisbane die erste Produktionsanlage für das Impfpflaster. Weiter klinische Studien mit deutlich mehr Probanden sollen ebenfalls zeitnah beginnen.

Vaccine, doi: 10.1016/j.vaccine.2022.07.013

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