AstraZeneca

Großbritannien erprobt Covid-19-Impfstoff an Kindern

Robert Klatt

In Großbritannien startet noch in diesem Monat eine klinische Studie, die die Wirkung des AstraZeneca Impfstoffs ChAdOx1 nCoV-19 an Kindern untersucht.

Oxford (England). Laut  Our World in Data (OWID) haben in Großbritannien bereits mehr als 22 Prozent (Stand 14. Februar 2021) der Bevölkerung die erste Dosis einer Covid-19-Impfung erhalten. Das Vereinigte Königreich liegt damit bei den Impfungen deutlich vor dem globalen Mittelwert (2,20 %), der Europäischen Union (4,69 %) und Deutschland (4,74 %).

Ähnlich wie beim Impfplan für Deutschland werden auch in Großbritannien besonders alte und gefährdete Menschen priorisiert geimpft. Laut der Tagesschau konnte in England aufgrund der hohen Geschwindigkeit bereits Ende Januar mit der Impfung der zweiten Gruppen begonnen werden.

Covid-19-Impfungen für Kinder und Jugendliche

Sollte Großbritannien die bisherige Impfstrategie, bei der die zweite Dosis deutlich verzögert wird, um möglichste viele Menschen mit der ersten Dosis versorgen zu können, beibehalten, ist es realistisch, dass in wenigen Monaten auch Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 geimpft werden. Bisher existieren aber kaum Studiendaten dazu, wie der Impfstoff von AstraZeneca bei dieser Altersgruppe wirkt.

AstraZeneca und die Universität Oxford, die gemeinsam den Impfstoff entwickelt haben, haben deshalb eine klinische Studie angekündigt, die noch in diesem Monat den auf manipulierten Viren basierenden Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 an Kindern erproben soll.

300 Probanden

An der einfach blinden, randomisierten Phase-II-Studie sollen 300 Probanden zwischen sechs und 17 Jahren teilnehmen. Bis zu 240 dieser Probanden erhalten den Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19, dessen hoher Wirkungsgrad bei Erwachsenen bereits nachgewiesen wurde.

Grace Li, Universität Oxford: „Diese Studie wird eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Kinder in Zukunft zu schützen. Wir haben bereits gesehen, dass der Impfstoff bei Erwachsenen sicher und wirksam ist, und unser Verständnis darüber, wie Kinder von dem Coronavirus betroffen sind, entwickelt sich weiter.“

Die übrigen Probanden erhalten eine Impfung gegen Meningitis, die ähnliche Reaktionen wie einen tauben Arm auslöst. Im Gegensatz zu einem Placebo können die Wissenschaftler so garantieren, dass die Kontrollgruppe nicht bemerkt, dass sie den Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 nicht erhalten hat.

Andrew Pollard, Universität Oxford: „Obwohl die meisten Kinder relativ unempfindlich gegenüber dem Coronavirus sind und es unwahrscheinlich ist, dass sie an der Infektion erkranken, ist es wichtig, die Sicherheit und die Immunantwort auf den Impfstoff bei Kindern und Jugendlichen zu ermitteln, da einige Kinder von der Impfung profitieren könnten. Diese neuen Studien werden unser Verständnis der Kontrolle von SARS-CoV2 auf jüngere Altersgruppen ausweiten.“

Rinn Song, Universität Oxford: „Die COVID-19-Pandemie hatte einen tiefgreifenden negativen Einfluss auf die Bildung, die soziale Entwicklung und das emotionale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen, abgesehen von Krankheiten und seltenen schweren Krankheitsbildern. Daher ist es wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Coronavirus-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können.“

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