UV-Strahlung

Flügelfell am Auge gilt als Warnzeichen für Hautkrebs

 Dennis Lenz

Flügelfell am Auge gilt als Warnzeichen für Hautkrebs
(Symbolbild) Das Flügelfell ist eine gutartige, keilförmige Gewebewucherung, die vom Augenwinkel auf die Hornhaut wächst und stark mit dauerhafter Sonnenbelastung zusammenhängt. Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit einem solchen Flügelfell ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs tragen. Als gemeinsame Ursache gilt die UV-Strahlung. (Foto: © Forschung und Wissen, KI-Bild)

Das Flügelfell ist eine gutartige Gewebewucherung im Auge, die vom Augenwinkel her auf die Hornhaut zuwächst und eng mit intensiver Sonnenbelastung zusammenhängt. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Betroffene ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs tragen. Als verbindender Faktor gilt die UV-Strahlung. Das Auge kann damit zu einem frühen Warnzeichen werden, das lange vor einer möglichen Hautkrebsdiagnose sichtbar ist.

Das Flügelfell, medizinisch Pterygium genannt, ist eine dreieckige, gefäßreiche Wucherung der Bindehaut, die sich langsam über die Hornhaut schiebt. Es gilt als gutartig, kann aber je nach Größe zu Reizungen, Fremdkörpergefühl und im fortgeschrittenen Stadium zu Sehstörungen führen. Besonders häufig tritt es bei Menschen auf, die viel im Freien arbeiten oder leben, etwa bei Landwirten, Bauarbeitern, Schweißern oder Surfern. Genau deshalb trägt es im Englischen auch den Beinamen Surferauge. Der wichtigste bekannte Auslöser ist die langfristige Belastung durch UV-Strahlung, die das empfindliche Gewebe am Rand der Hornhaut schädigt und chronische Entzündungsprozesse anstößt. Am häufigsten entsteht das Flügelfell auf der zur Nase gewandten Seite des Auges, weil dort einfallendes Sonnenlicht besonders stark gebündelt auf die Bindehaut trifft.

Der Zusammenhang mit Hautkrebs ergibt sich aus derselben Ursache. Sowohl das Flügelfell als auch die häufigsten Formen von Hautkrebs werden maßgeblich durch UV-Strahlung begünstigt. Wer über Jahre eine hohe Sonnendosis abbekommt, sammelt Schäden nicht nur an der Haut, sondern auch am Auge an. Große Kohortenstudien haben diesen Verdacht überprüft, indem sie Menschen mit und ohne Flügelfell über lange Zeiträume verglichen und ihre spätere Hautkrebsrate auswerteten. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied. Das Flügelfell erweist sich als messbarer Risikomarker, der bereits erkennbar ist, bevor sich überhaupt ein Hautkrebs entwickelt. Für die Vorsorge ist das von Bedeutung, weil ein sichtbares Zeichen am Auge Anlass geben kann, die Haut regelmäßiger kontrollieren zu lassen.

Was die Studien zum Hautkrebsrisiko zeigen

Eine landesweite Kohortenstudie aus Taiwan mit fast 20.000 Betroffenen ergab, dass Menschen mit Flügelfell ein signifikant erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs aufweisen, also für die nicht zum Melanom zählenden Formen wie Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Eine große Untersuchung aus Westaustralien mit rund 23.600 behandelten Personen fand zudem ein um etwa 24 Prozent erhöhtes Risiko für ein malignes Melanom, den schwarzen Hautkrebs. Auffällig war dort, dass jedes zusätzliche Lebensjahr zum Zeitpunkt der Behandlung das Melanomrisiko weiter steigen ließ. Da etwa 15 Prozent der Melanome tödlich verlaufen, kann eine frühe Erkennung Leben retten. Weitere Hintergründe zu Entstehung und Vorsorge von Hautkrebs ordnen die Rolle der Sonnenbelastung ein.

Warum das Auge zum Frühwarnsystem wird

Die Aussagekraft des Flügelfells beruht darauf, dass es eine über Jahre angehäufte UV-Belastung sichtbar macht. Anders als ein einzelner Sonnenbrand spiegelt es eine dauerhafte Exposition wider, die sich am Auge ablesen lässt. Fachleute empfehlen daher, dass Augenärzte Patienten mit einem sich entwickelnden Flügelfell auf das erhöhte Hautkrebsrisiko hinweisen und zu regelmäßigen Hautkontrollen raten. Die zugrunde liegenden Daten und die statistische Auswertung sind in einer im Fachjournal The Ocular Surface veröffentlichten Kohortenstudie dokumentiert. Wichtig bleibt die Einordnung, dass das Flügelfell selbst keine Krebsvorstufe ist, sondern ein Hinweis auf einen gemeinsamen Risikofaktor. Es entsteht nicht durch das Melanom und verwandelt sich auch nicht in einen Tumor, sondern zeigt lediglich, dass die Haut derselben schädlichen Strahlung ausgesetzt war.

Vorsorge und Schutz vor der Strahlung

Aus den Befunden lässt sich eine klare Konsequenz ableiten, die sowohl das Auge als auch die Haut betrifft. Ein konsequenter Sonnenschutz senkt das Risiko für beide Probleme, weil er die auslösende UV-Belastung reduziert. Dazu gehören eine Sonnenbrille mit UV-Filter, eine Kopfbedeckung sowie schützende Kleidung und Sonnencreme bei längerem Aufenthalt im Freien. Studien deuten darauf hin, dass das Tragen einer Brille und die Vermeidung intensiver Mittagssonne das Auftreten eines Flügelfells verringern können. Wer bereits ein Flügelfell hat oder hatte, sollte dies bei Hausarzt oder Hautarzt ansprechen und die Haut regelmäßig untersuchen lassen. Da dieses Thema die eigene Gesundheit berührt, ersetzt der Beitrag keine ärztliche Beratung, sondern soll für einen einfachen, aber wirksamen Schutz vor UV-Strahlung sensibilisieren.

Spannend & Interessant
VGWortpixel