Von: Dennis L.
Immunsystem

Erste Erfolge bei Impfungen gegen Hautkrebs

Wissenschaftler erzielen in gleich zwei unabhängigen Studien erste Erfolge mit einer Impfung gegen den schwarzen Hautkrebs. Beide Vorgehensweisen stacheln das Immunsystem des Patienten quasi an, die Krebszellen großflächig anzugreifen.

Muttermal oder Hautkrebs?
© Apostoloff / wikipedia.org

Mainz (Deutschland). Alleine in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 20.000 Menschen an schwarzen Hautkrebs. Über zehn Prozent der Patienten sterben daran. Das Risiko an Hautkrebs zu erkranken hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Zum einen von dem individuellen Hauttyp und zum anderen von der UV-Strahlenbelastung der die Haut ausgesetzt wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade helle Hauttypen besonders gefährdet sind. Daher sollten sie diese Menschen durch entsprechende Kleidung und guter Sonnencreme stets vor der UV-Strahlung schützen.

Leider zieht die Medizin im Kampf um den Krebs oft eine Niederlage, denn häufig wird der Krebs erst entdeckt, wenn er sich schon sehr weit im Körper ausgebreitet hat. Dies liegt daran, dass sich die Krebszellen zunächst ohne spürbare Symptome vermehren. Das Immunsystem erkennt zwar einen Teil der Krebszellen, reagiert auf diese aber viel zu schwach. Dies liegt daran, dass einige Tumorzellen aktiv Botenstoffe bilden, welche eine Hemmung des Immunsystems zur Folge haben. Zudem können sie auf ihrer Oberfläche Proteine tragen, welche dem Immunsystem kein Angriffsziel bieten. Hinzu kommt die teils schnelle Mutation der entarteten Zellen und eine zum Teil große Ähnlichkeit zum Ursprungsgewebe. Diese Faktoren führen dazu, dass sich der Krebs schnell und nahezu ungehindert im Körper ausbreiten kann.

Manipulation des Immunsystems

Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler schön länger nach einer Möglichkeit, die natürliche Immunreaktion von Krebspatienten so anzuregen, dass die Immunabwehr Tumore besser erkennt und deren hemmende Wirkung trotzt. In gleich zwei Studien haben Wissenschaftler versucht, wie mit einer klassischen Schutzimpfung, das Immunsystem durch den gezielten Kontakt mit tumorspezifischen Proteinen oder Peptiden gegen die Krebszellen erfolgreicher zu machen.

In der ersten Studie, geleitet durch Patrick Ott vom Dana-Farber Institute in Boston, haben sechs Patienten mit schwarzen Hautkrebs, deren Melanome kurz vor der Therapie chirurgisch entfernt wurden, die DNA der entnommenen Tumorzellen analysiert und mit der von gesunden Körperzellen verglichen. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature berichten, haben sie anschließend auf Basis der DNA Ergebnisse 20 Peptide ausgewählt, die nur auf der Oberfläche der Krebszellen zu finden waren und mit großer Wahrscheinlichkeit die stärkste Immunreaktion hervorrufen würden. Diese spezifische Impfung verabreichen sie den Patienten mehrere Male im Abstand einiger Tage.

Wie gewünscht löste die Impfung eine Immunreaktion aus. Bei den Patienten stieg die Zahl der T-Killerzellen und der Helferzellen deutlich an. Abschließend blieben vier der sechs Patienten in einem Zeitraum von 32 Monaten Tumorfrei. Bei den anderen beiden Patienten half eine Kombination der Impfung und Blockmitteln, dass der schwarze Hautkrebs besiegt wurde.

Die zweite Studie stammt von Ugur Sahin von der Universität Mainz. Im Prinzip gingen die Wissenschaftler recht ähnlich vor. Ihre Impfung bestand nicht aus Peptiden, sondern aus synthetisch maßgeschneiderter RNA. Im Fachjournal Nature berichten die Wissenschaftler, dass sie ihre RNA-Impfung 13 Patienten mit fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs verabreicht haben. In dieser Studie blieben acht der 13 Patienten krebsfrei. Bei einem weiteren verschwanden die Tumore wieder, nachdem die Wissenschaftler ihm ein Mittel zum immunhemmenden Stoffwechsel gaben.

Erfolge erlauben Phase zwei der klinischen Studie

Die Wissenschaftler sind nach diesen Ergebnissen sicher, dass diese Form der Immuntherapie gegen Hautkrebs – und vielleicht sogar gegen andere Krebsarten – vielversprechend sind. Nun folgt die Phase zwei der klinischen Studie mit deutlich mehr Probanden.

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