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Erhöhen Covid-19-Impfungen das Risiko für plötzlichen Herztod?

 Robert Klatt

Covid-19-Impfungen reduzieren Risiko für plötzlichen Herztod )moc.sotohptisopedznarfodir(Foto: © 

Die Covid-19-Impfungen haben in seltenen Fällen Blutgerinnsel und Herzmuskelentzündung ausgelöst, die tödlich verlaufen können. Nun wurde erneut untersucht, ob sie bei jungen, gesunden Menschen das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöhen.

Toronto (Kanada). Die Einführung der Covid-19-Impfstoffe wurde von vielen Menschen kritisiert, unter anderem, weil die Impfung gesundheitsschädlicher sein soll als die Infektion selbst, etwa indem sie das Risiko für einen plötzlichen Herztod auch bei jungen, gesunden Menschen stark erhöht. Forscher der University of Toronto und der University of Minnesota haben nun eine Studie publiziert, in der erneut untersucht wurde, ob das Risiko für einen plötzlichen Tod durch die Covid-19-Impfstoffe beeinflusst wird.

Wie die Autoren erklären, haben frühere Studien gezeigt, dass Covid-19-Impfstoffe auf Basis von viralen Vektoren selten immunthrombotische Thrombozytopenie (VITT), also teilweise tödliche Blutgerinnsel, auslösen können. Es ist zudem bekannt, dass die mRNA-Impfstoffe selten eine Herzmuskelentzündung verursachen können, vor allem bei Männern unter 40 Jahren. Obwohl beide Nebenwirkungen nur in Einzelfällen auftreten, entstand dadurch bei Kritikern die Meinung, dass junge gesunde Menschen nach einer Impfung häufiger plötzlich sterben.

Plötzliche Todesfälle durch Covid-19-Impfungen?

Um zu untersuchen, ob die Covid-19-Impfungen bei jungen, gesunden Menschen tatsächlich das Risiko für einen plötzlichen Tod erhöhen, haben die Forscher Gesundheitsdaten von 4.963 Personen im Alter zwischen 12 und 50 Jahren, die innerhalb von 24 Stunden nach der Impfung gestorben sind, analysiert. Die verstorbenen Menschen galten zuvor als gesund. Sie starben vor allem an Herzstillstand, schweren Herzrhythmusstörungen oder einem plötzlichen Herztod.

Personen, die durch Unfälle, psychische Erkrankungen oder Drogenkonsum gestorben sind, wurden in die Stichprobe nicht einbezogen, genau wie Menschen mit bekannten Risikofaktoren für plötzlichen Herztod und Menschen, die einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf durchlebt hatten. Die Todesfälle wurden mit fünf vergleichbaren Personen abgeglichen, die das gleiche Geschlecht und ein ähnliches Alter und Einkommen hatten.

Deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für plötzlichen Herztod

Im Mittel waren die Verstorbenen 36 Jahre alt und männlich (75 %). Sie litten im Vergleich zur Kontrollpersonen deutlich öfter unter Bluthochdruck und psychischen Erkrankungen. Die Daten zeigen, dass die Covid-19-Impfungen die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Herztod deutlich senken (- 43 %), wenn man alle Einflussfaktoren berücksichtigt. Am stärksten sank das Risiko bei Personen, die zweimal gegen Covid-19 geimpft waren. Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, hatten in den drei Monaten danach hingegen ein doppeltes Risiko für einen plötzlichen Herztod.

Laut den Wissenschaftlern sprechen die Ergebnisse klar dafür, dass die Covid-19-Impfungen das Risiko für einen plötzlichen Herztod nicht erhöhen, sondern sogar reduzieren.

Quellen:

Pressemitteilung der University of Minnesota

Studie im Fachmagazin PLOS Medicine, doi: 10.1371/journal.pmed.1004924

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