Covid-19-Pandemie

Deutsche Kinder- und Jugendärzte verlangen sofortige Impfpflicht

Robert Klatt

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. fordert die Einführung einer generellen Covid-19-Impfpflicht in Deutschland. Dass dies das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt, ist laut den Wissenschaftlern aufgrund der aktuellen Situation akzeptabel.

Köln (Deutschland). In Deutschland ist eine knappe Mehrheit (53 %) der Bevölkerung laut des RTL/ntv-Trendbarometers für eine generelle Impfpflicht zum Schutz vor Covid-19. Nun fordert auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), die Interessenvertretung der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, die umgehende Einführung einer Impfpflicht für Erwachsene, damit Kinder nicht die Leidtragenden der Impfverweigerer sind.

„Kinder und Jugendliche haben seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht, obwohl sie weniger die Intensivstationen belegen, ja oft nicht einmal medizinisch versorgt werden müssen, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben. Unter den Lockdown-Maßnahmen haben sie dagegen mehr gelitten als andere Bevölkerungsgruppen. Viele haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände“, erklärt der BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach.

Recht auf körperliche Unversehrtheit

Eine Impfpflicht würde zwar formal das Recht auf körperliche Unversehrtheit einschränken, dies ist laut Fischbach aber akzeptabel, weil ansonsten die Grundrechte andere Menschen eingeschränkt werden. „Kinderrechte dürfen nicht gegen das Recht einer Minderheit der Bürger abgewogen werden, sondern sind vom Staat unbedingt und zwingend zu garantieren“, heißt es dazu in der Resolution. „Insbesondere unsere Kinder haben sich aufgrund der für sie vorgeschriebenen immensen Einschränkungen in der Pandemie eine Rückkehr zur Normalität mehr als verdient“, so Fischbach.

15 Millionen neue Infektionen durch Ungeimpfte

In Deutschland haben sich aktuell noch rund 15 Millionen Menschen nicht zum Schutz vor Covid-19 impfen lassen. Dieser Verzicht bedeutet in den kommenden Monaten bis zu 15 Millionen weitere Infektionen und einen Anstieg der Todesfälle auf deutlich über 100.000. Allein dies ist laut den Medizinern ausreichend dafür, dass der Staat eine Impfpflicht einführen müsste.

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