SARS-CoV-2

Covid-19-Impfungen reduzieren Long-Covid-Risiko deutlich

Robert Klatt

Das Risiko dafür, Long-Covid-Symptome zu entwickeln, ist bei doppelt geimpften Personen deutlich geringer als bei Menschen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind.

Oxford (England). In den letzten Monaten haben unterschiedliche Studien belegt, dass Covid-19-Impfungen die SARS-CoV-2-Infektionsrate deutlich reduzieren. Dadurch sinkt auch die Anzahl der Menschen, die unter Long Covid leiden. Die Evidenzlage der Forschung konnte jedoch noch nicht eindeutig zeigen, ob das Risiko für Long Covid bei Menschen geringer ist, bei denen es trotz einer Impfung zu einer Infektion gekommen ist.

Wissenschaftler der Universität Oxford haben nun auf dem Preprint-Server medRxiv eine Studie publiziert, laut der die Wahrscheinlichkeit von Long-Covid-Symptomen bei Geimpften nach einer SARS-CoV-2-Infektion um 41 Prozent geringer ist. Die Wissenschaftler untersuchten dazu Probanden, die doppelt geimpft waren, drei Monate nach ihrer Infektion. Ein Großteil der Probanden (74 %) war mit dem Vektorimpfstoff von Oxford/AstraZeneca geimpft, die übrigen mit den Impfstoffen von Pfizer/Biontech (25,5 %) oder Moderna (0,5 %).

Infektionen mit der Delta-Variante

Ein Großteil der 3.090 Probanden im mittleren Alter von 49 Jahren wurde im Zeitraum von April 2020 bis November 2021 mittels PCR- oder Antigenschnelltest positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler Daten einer 1 zu 1 gematchten Kontrollgruppe aus ungeimpften Personen.

Ein Großteil der Teilnehmer (98,9 %) infizierte sich ab Mai 2021. In diesem Zeitraum dominierte in Großbritannien die Delta-Variante des Virus. Die ungeimpften Teilnehmer infizierten sich hingegen größtenteils (99,7 %) bereits vor diesem Zeitpunkt. Es ist demnach möglich, dass die Unterschiede bei der Wahrscheinlichkeit Long-Covid-Symptome zu entwickeln bei den beiden Expositionsgruppen darauf zurückgehen, dass diese sich mit anderen Covid-19-Varianten infiziert haben.

Vektorimpfstoffe oder mRNA-Impfstoffe ohne Unterschiede

Bei geimpften Probanden traten Long-Covid-Symptome mit einer Prävalenz von 9,5 % auf. Bei ungeimpften Teilnehmern kam es hingegen bei 14,6 Prozent zu Long Covid. Ob die geimpften Teilnehmer doppelt mit einem Vektorimpfstoff oder einem mRNA-Impfstoff geimpft wurden, beeinflusst das Risiko Long-Covid-Symptome zu entwickeln laut der Studie nicht.

Die Studie zeigt somit deutlich, dass eine Impfung gegen Covid-19 nicht nur das Infektionsrisiko deutlich senkt, sondern auch das Risiko für Langzeitfolgen nach einer Durchbruchinfektion enorm reduziert.

medRxiv, doi: 10.1101/2022.02.23.22271388

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