Besserer Impfstoff

Bill Gates warnt vor gefährlicher Mutation des Coronavirus

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Der Multimilliardär Bill Gates warnt vor einer  noch gefährlicheren Mutation des Coronavirus
  • Laut ihm sollten deshalb bessere Impfstoffe entwickelt werden
  • Zudem fordert Gates eine internationale Eingreiftruppe und weitere Investitionen, etwa in diagnostische Geräte und Impfstofffabriken 

In einem Interview warnt der Multimilliardär Bill Gates vor einer gefährlichen Variante des Coronavirus. Es ist deshalb laut ihm essenziell, einen besseren Impfstoff zu entwickeln.

Seattle (U.S.A.). Bill Gates, Microsoft-Gründer und Multimilliardär, unterstützt durch die wohltätige Bill & Melinda Gates Foundation seit Jahren die weltweite Verbesserung der Gesundheitsversorgung. In einem Interview mit der Financial Times (Paywall) erklärte Gates in Bezug auf die Covid kürzlich: „Wir haben das Schlimmste vielleicht noch vor uns!“. Die Covid-19-Pandemie ist laut Gates also noch lange nicht vorbei.

Der Philanthrop befürchtet stattdessen, dass eine neue Mutation von SARS-CoV-2 auftreten könnte, die „noch übertragbarer und noch tödlicher“ ist. Das Risiko dafür liegt laut ihm und den Wissenschaftlern seiner Stiftung bei „weit über fünf Prozent“. In dem Interview erklärte Gates jedoch, dass diese Prognose nicht als „Stimme des Untergangs“ wahrgenommen werden soll, weil das tatsächliche Auftreten einer solchen Variante nicht sehr wahrscheinlich ist.

Impfstoffentwicklung fördern

„Wir laufen immer noch Gefahr, dass diese Pandemie eine Variante hervorbringt, die noch übertragbarer und noch tödlicher ist“, erklärt Gates. Laut dem Multimilliardär sind deshalb „dringend Impfstoffe mit längerer Wirkungsdauer erforderlich, die eine Infektion verhindern können.“ Die aktuell verfügbaren Impfstoffe können noch keine sterile Immunität auslösen und verlieren ihren Impfschutz laut Studien auch nach einem Booster schnell. Gates hofft deshalb auf einen deutlich besseren Impfstoff in der Zukunft und sieht die Förderung der Impfstoffentwicklung als essenziell an.

GERM-Team soll Pandemien verhindern

In seinem kürzlich veröffentlichten Buch „ How to Prevent the Next Pandemic“ (Wie wir die nächste Pandemie verhindern können) erklärt Gates, wie die Mensch weitere Pandemie verhindern könnte. Noch vor der Verbesserung der Impfstoffe ist laut ihm die Einrichtung einer internationalen Eingreiftruppe der wichtigste Schritt. Dazu wären Investition von einer Milliarde US-Dollar pro Jahr nötig.

Die feuerwehrähnliche Gruppe von Einsatzkräften (GERM-Team) soll laut ihm aus etwa 3.000 Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Epidemiologen, Datenwissenschaftler, Logistikexperten und Kommunikations- und Diplomatieexperten, bestehen und als einzige Aufgabe die Pandemieprävention haben.

Optimal wäre laut Gates ein Team, das bereits beim ersten Anzeichen eines neuen Ausbruchs schnell reagieren kann und die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder koordinieren. „Wir müssen wissen, wenn viele Menschen mit einer neuen Art von Husten auftauchen“, so Gates.

Weitere Investitionen nötig

Zudem sind laut Gates weitere Investitionen etwa in diagnostische Geräte nötig, um neue Erreger schnell erkennen zu können. Auch der präventive Bau von Impfstofffabriken ist sinnvoll, um bei einer drohenden Pandemie Impfstoffe schnell produzieren zu können.

„Wir wollen einen Ausbruch stoppen, bevor wir eine weltweite Impfkampagne durchführen müssen. Es erscheint mir unvorstellbar, dass wir diese Tragödie sehen und nicht im Namen der Bürger der Welt diese Investitionen tätigen“, erklärte Gates im Interview.

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