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Erderwärmung

Chemiker wandeln Kohlendioxid wieder in Kohle um

Sobald Kohle verbrennt, entsteht dabei Kohlendioxid. Chemikern ist es nun erstmals gelungen diesen Prozess bei Raumtemperatur rückgängig zu machen und das Kohlendioxid wieder in Kohle umzuwandeln.

Melbourne (Australien). Chemiker der RMIT University im australischen Melbourne ist es gelungen mithilfe von flüssigen Metallen als Katalysator bei Raumtemperatur aus Kohlendioxid (CO2) Kohle herzustellen. Dieses neue Verfahren könnte nicht nur beim Klimaschutz helfen, es bietet auch noch weitere Vorteile.

Derzeit sind viele Nationen bemüht die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 nicht über 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen zu lassen. Neuste Studien stützen die aktuelle Einschätzung des Weltklimarates IPCC, wonach dies alleine durch eine Reduktion des CO2-Ausstoßes kaum noch zu erreichen ist und dass aus diesem Grund der Atmosphäre aktiv Kohlendioxid entzogen werden muss. Aus diesem Grund sind weltweit bereits ersten industrielle Anlagen dieser Art gebaut worden – die letzte hat kürzlich in Großbritannien den Betrieb aufgenommen.

Wie lagert man das CO2 am besten?

Der Luft CO2 zu entziehen stellt kein großes technisches Problem dar – die anschließende Lagerung jedoch schon. Bisher konnte man das CO2 so komprimieren, dass es eine flüssige Form annimmt. Diese könnte man dann beispielsweise in großen Tanks lagern. Jedoch ist diese Option sehr kostenintensiv, es gibt eine Reihe von technischen Hürden und zudem noch Sicherheitsbedenken. Das Kohlendioxid nun einfach wieder zurück in Kohle zu verwandeln stellt dabei eine echte Alternative dar.

„Wir können die Zeit leider nicht zurückdrehen“, sagt Torben Daeneke von der RMIT University. „Aber CO in Kohle zurückzuverwandeln und im Boden zu vergraben, ist ein bisschen, als würde man die Emissionen ungeschehen machen.“

Wie wandelt man CO2 in Kohle um?

Die Chemiker haben einen flüssigen Metall-Katalysator entwickelt, der Elektrizität außerordentlich gut leitet und das Kohlendioxid dabei chemisch umwandeln kann. Dazu lösen die Chemiker das CO2 in einer Elektrolytlösung, die mit winzigen Mengen Metall vermischt ist. Durch Strom bildet das CO2 langsam Flocken aus Kohlenstoff, wie die Chemiker im Fachmagazin Nature Communications berichten. Ein ähnlicher Prozess war bisher nur bei sehr hohen Temperaturen und nicht bei Raumtemperatur möglich.

Abfallprodukte sinnvoll nutzen

Die bei dem Umwandlungsprozess entstehenden Abfallprodukte wollen die Chemiker sinnvoll nutzen. So könnte der Kohlenstoff beispielsweise als Elektrode genutzt werden. Da der Kohlenstoff elektrische Ladungen speichern kann, wäre auch ein Einsatz als Kondensator für Elektroautos denkbar. Bei der Umwandlung entsteht zudem ein synthetischer Treibstoff, für den die Chemiker eine industrielle Anwendung für denkbar halten.

„Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, CO2 bei Raumtemperatur zurück in Kohle umzuwandeln. Die Reaktion ist sehr effizient und funktioniert auch bei großen Mengen“, ergänzt Daeneke. Für eine industrielle Anwendung sind trotzdem noch weitere Forschungen nötig.

5 Kommentare

Margit
Was ist mit dem Sauerstoff in der Verbindung? Wird daraus Ozon? O3?
Martin Fricke
Ich trinke auch weiterhin Mineralwasser mit GAS CO2 auch Bier und Sekt. Das Lebensgas CO2 solltet Ihr nicht verteufeln, es ist ein wichtiger Ausgangsstoff der Fotosynthese und diese ist die beste CO2- Senke im Kreislauf. Die teure und nutzlose Forschung sollt eingestellt werden.
Hans-J. Hasselbach
Warum so reißerisch?
Was soll diese Methode zur Kohle-Gewinnung mehr sein als Grundlagenforschung?
Warum vergisst man immer wieder gerne die Thermodynamischen Grundgesetze? Wo kommt denn die Energie für diesen Prozess her?
Sicher nicht aus purer Sonnenenergie!
Manfred Hauptreif
CO2 das so ziemlich energieärmste Molekül, das ich kenne mit irrsinnigem Energieaufwand wieder zu Kohle zu reduzieren, erscheint mir die effektivste Art Geld zu verbrennen. Jedenfalls solange wir nicht Energie in Form von Strom in gigantischem Überfluß zur Verfügung haben. Ich vergleich es mal damit, daß wir ein Auto den Berg hinauf schieben, um möglichst schnell damit wieder herunter fahren zu können. Von der Verfügbarkeit des Katalysators, dessen Standfestigkeit und Wirksamkeit wurde nicht berichtet, da fordert man natürlich erst mal viel, viel Geld für weitere Forschung.
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