Mammut als „Benchmark“

Riesenwuchs von Dinosauriern entwickelte sich mehrfach

Robert Klatt

Brachiosaurus (Illustration) )kcotS ebodAnoisivlla(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Einige Gattungen von Dinosauriern aus der Gruppe der Sauropoden entwickelten einen Riesenwuchs
  • Eine Studie zeigt nun, dass dieser in der Evolution mehrfach unabhängig voneinander entstanden ist
  • Noch ist unbekannt, wieso manche Abstammungslinien riesig wurden und andere nicht

Dinosaurier aus der Gruppe der Sauropoden entwickelten ihren Riesenwuchs mehrfach unabhängig voneinander. Wieso mache Abstammungslinien riesig wurden und andere nicht, ist noch unbekannt.

Garden City (U.S.A.). Fossilien zeigen, dass viele Dinosaurier deutlich größer waren als die größten an Land lebenden Säugetiere. Eine Studie der Adelphi University hat nun entdeckt, dass der Riesenwuchs von Dinosauriern sich in der Evolution deutlich öfter unabhängig voneinander entwickelt hat, als die Biologie bisher angenommen hat. Wie die Forscher um Michael D'Emic im Fachmagazin Current Biology berichten, entstand der Riesenwuchs innerhalb von 100 Millionen Jahren bei 36 Abstammungslinien.

„Früher wurde bereits angenommen, dass Sauropoden ihre außergewöhnliche Größe in ihrer Evolutionsgeschichte einige Male unabhängig voneinander entwickelt haben. Aber durch die neue Analyse wissen wir jetzt, dass diese Zahl viel höher ist.“

Als Basis ihrer Studie nutzten die Forscher fossile Beinknochen, mit denen sie die Entwicklung der Körpergröße von 200 Dinosauriern rekonstruieren konnten. Alle untersuchten Fossilien gehörten zur Gruppe der Sauropoden, zu deren Gattungen Brontosaurus, Brachiosaurus und Diplodocus gehören. Diese Dinosaurier zeichnen sich besonders durch ihren langen Schwanz, langen Hals, kleinen Kopf und massigen Körper mit dicken Gliedmaßen aus.

Mammut als „Benchmark“ für Riesenwuchs

Die Forscher um D'Emic wählten als Grenze für den Riesenwuchs die Körpermasse des Mammuts, also des größten Säugetiers, das jemals auf der Erde gelebt hat. Die letzten Mammuts lebten laut einer Studie der in sogenannten „Geisterpopulationen“ noch vor 5.700 Jahren in Alaska. Auffallend ist laut den Autoren, dass größten Sauropoden sich voneinander stark unterschieden.

„Diese größten der größten Sauropoden waren ökologisch unterschiedlich, hatten unterschiedlich geformte Zähne und Köpfe und unterschiedlich proportionierte Körper, was darauf hinweist, dass sie die Nische der ‚großen Körper‘ etwas unterschiedlich besetzten.“

Der Studienautoren betonen, dass keine spezifischen Eigenschaften ausschließlich jene Sauropoden kennzeichnen, welche die Dimensionen von Landsäugetieren überstiegen. Die Rolle des Klimas bei der Evolution scheint untergeordneter Natur zu sein, da keine Korrelation zwischen der durchschnittlichen globalen Temperatur und der Körpermasse von Sauropoden feststellbar ist. Infolgedessen entsteht die neue wissenschaftliche Fragestellung, welche Faktoren dazu führten, dass bestimmte Abstammungslinien eine gigantische Körpergröße entwickelten, während andere dies nicht taten.

Current Biology, doi: 10.1016/j.cub.2023.02.067

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