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Von: Dennis L.
Erderwärmung

Kaiserpinguine könnten bereits in wenigen Jahrzehnten aussterben

Ein neues Modell legt nahe, dass die in der Antarktis lebenden Kaiserpinguine bereits bis zum Ende dieses Jahrhunderts ausgestorben sein könnten. Der Grund: Die Vogelart kommt zwar gut mit den eisigen Temperaturen am Südpol zurecht, nicht aber mit den Folgen der Erderwärmung.

Schon bald könnten Kaiserpinguine vom Aussterben bedroht sein.
© François Guerraz / wikipedia.org

(Antarktis). Kaiserpinguine gehören nicht nur zu den größten Pinguinen der Welt, dank Filmen wir „Die Reise der Pinguine“ sind sie auch die Bekanntesten ihrer Art. Mit einer geschätzten Population von knapp 600.000 Tieren trotzt diese Pinguinart selbst den kältesten Temperaturen in der Antarktis. Jedoch schlagen Wissenschaftler im Fachmagazin Biological Conservation Alarm: Die Pinguine haben den Folgen des Klimawandels kaum etwas entgegen zu setzen. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass es bis zum Ende dieses Jahrhunderts keine freilebenden Kaiserpinguine mehr geben wird.

Die Erderwärmung zwingt die Pinguine zur Wanderung

Schon frühere Studien haben gezeigt, dass die erhöhte Lufttemperatur sowie die Temperatur des Meeres und die damit verbundene Eisschmelze den Pinguinen schwer zu schaffen macht. So haben Biologen der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts schon damals gezeigt, dass sich die Bestände der Pinguine stark reduzieren werden – jedoch sind die neusten Modelle, basierend auf aktuellsten Daten, noch drastischer, denn sie gehen davon aus, dass diese Vogelart in wenigen Jahrzehnten vollständig aussterben wird.

Das Team um Stephanie Jenouvrier hat nun ein Modell anhand neuster Daten aufgestellt und die Überlebenschancen der Kaiserpinguine berechnet. Dabei bezogen die Wissenschaftler auch das Migrationsverhalten unter dem Druck der Erderwärmung in ihr Modell mit ein. Ein wesentlicher Bestandteil der Daten beruht dabei auf der Basis von Satellitenbildern, die zeigen wie weit die Pinguine wandern und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Die Bestände werden sinken

Das abschließende Ergebnis ist wenig ermutigend: Das Modell sagt voraus, dass die Populationen der Kaiserpinguine in den kommenden zwei Jahrzehnten stabil bleiben vielleicht sogar leicht ansteigen wird. Dies hängt damit zusammen, dass die Pinguine bald in Gegenden umsiedeln werden, welche weiterhin gute Lebensbedingungen für sie bereitstellen, aber bereits nach gut 20 Jahren wird sich die Entwicklung drastisch ändern. Ab etwa 2050 werden die Bestandszahlen stark einbrechen und in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich sinken. In dieser Zeit wird sich der Lebensraum der Kaiserpinguine unvorteilhaft verändern. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 auch die letzten Pinguine dieser Art ausgestorben sein werden.

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