Von: Dennis L.
Fossilienfunde

Irdisches Leben könnte rund 4 Milliarden Jahre alt sein

Funde von Fossilien lassen darauf schließen, dass einfachste Lebensformen bereits vor rund vier Milliarden Jahren auf unserer Erde existierten – bereits 500 Millionen Jahre nach ihrer Entstehung.

Dies könnten die fossilen Spuren des ersten Lebens auf der Erde sein.
© Komiya

Tokyo (Japan). Das irdische Leben könnte wesentlich älter sein als bislang angenommen. Vermutlich entstand dieses bereits unter widrigsten Verhältnissen nur eine "geologische Sekunde" nach der Erdentstehung.

Die einfachsten Lebensformen könnten unsere Erde schon bereits vor rund 3,95 Milliarden Jahren bewohnt haben. Neue Funde von Fossilien aus Kanada lassen die Schlussfolgerung zu, dass die Entstehung irdischen Lebens auf der Erde ein ganzes Stück weiter nach vorne als bislang angenommen zu datieren ist.

Wie das Forscherteam der University of Tokyo um Tsuyoshi Komiya im Fachjournal Nature veröffentlichte, entdeckten Wissenschaftler am Saglek Block im kanadischen Labrador eingebettet in Sedimentgestein kleinste Fossilien in Form von Graphitkörnern.

Bisher galten in Fachkreisen die jüngsten Funde aus der Region Quebec mit einer Datierung auf etwa 3,7 Milliarden Jahren als die ältesten Spuren irdischen Lebens. Komiya bezeichnet deren Altersbestimmung als höchst kontrovers und zeigt sich davon überzeugt, dass seine eigenen Funde nicht nur noch älter sind, sondern auch als die ältesten erhaltenen irdischen Krustengesteine anzusehen sind.

Bei den jüngst in Kanada entdeckten Graphit-Körnern handele es sich nach Aussage der japanischen Forscher bewiesenermaßen nicht um ein Ergebnis geologischer Prozesse, wie zunächst vermutet. Die aufwendige Analyse der Isotopenzusammensetzung zeige hingegen chemische Elemente, welche Rückstände einst lebendiger Organismen sind. Welcher Art genau die Organismen waren, ist bislang noch unklar. Diesbezüglich sollen nun weitere Untersuchungen anderer Proben-Isotope wie beispielsweise Schwefel, Stickstoff und Eisen dem Forscherteam aufschlussreiche Erkenntnisse bringen.

Mögliches Leben bereits kurz nach der Erdentstehung möglich

Liegen die Forscher mit ihren Interpretationen richtig, so bedeutet dies, dass sich Leben auf dem Planeten Erde bereits eine "geologische Sekunde" nach ihrer Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entwickelte.
Der Fund derart frühen Lebens ist ein Beleg dafür, dass dieses selbst unter extrem widrigen Bedingungen existieren konnte. Hiernach erschließen sich neue wissenschaftliche Perspektiven für die Suche nicht nur nach Leben auf Himmelskörpern, welche bislang als lebensfeindlich galten, sondern auch nach außerirdischen Lebensformen.

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