Neo P1 von Neoplants

Genmodifizierte Pflanze filtert Luft 30 Mal effektiver

Robert Klatt

Pothos-Pflanze, die Basis der genmodifizierten Neo P1 von Neoplants )moc.eboda.kcots13otohpgnairkstnalpoeN nov 1P oeN netreizifidomneg red sisaB eid ,eznalfP-sohtoP(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Das französische Unternehmen Neoplants arbeitet seit 2018 an genmodifizierten Pflanzen, die die Luft besonders gut reinigen können
  • Auf Basis der Pothos-Pflanze wurde nun per Genmanipulation die Neo P1 erzeugt 
  • Diese Pflanze soll die Luft 30 Mal effektiver von giftigen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und anderen Schadstoffen befreien als die natürliche Ursprungspflanze

Die genmodifizierte Pflanze Neo P1 des Unternehmens Neoplants soll die Luft 30 Mal effektiver von giftigen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und anderen Schadstoffen befreien. Vorbestellung sind ab 2023 möglich.

Paris (Frankreich). Zimmerpflanzen erhöhen die Luftqualität in Innenräumen, in dem sie neuen Sauerstoff produzieren und Stoffe aus der Luft filtern. Zudem zeigte eine Studie der Cardiff University, dass Pflanzen im Büro zu einer höheren Produktivität führen. Das französische Unternehmen Neoplants arbeitet deshalb bereits seit 2018 an der Genveränderung von Pflanzen, um diese zu noch besseren Luftfiltern zu machen.

Nun hat das Neoplants die Pflanze Neo P1 vorgestellt, die dank ihrer modifizierten Gene Luft 30 Mal effektiver filtern soll als ihre nicht veränderte Ausgangspflanze. Als Basis diente die Pothos-Pflanze, die als robust und pflegeleicht gilt. Zudem zeichnet sich der Pothos noch dadurch aus, dass er schnell wächst und dadurch schnell flüchtige organische Verbindungen (VOC) und CO₂ aus der Luft entfernt. VOCs entstehen etwa durch Ausdünstungen aus Teppichen und Reinigungsmitteln und umfassen organische Gifte wie Formaldehyd, Xylol, Toluol und Benzol, die als karzinogen eingestuft sind.

Zusätzliche Photosynthese-Enzyme

Laut Neoplants kann die Neo P1 Pflanze alles, was auch die natürliche Pothos kann, jedoch 30 Mal besser. Möglich ist dies durch die Modifikation eines Gens, die dafür sorgt, dass die Pflanze zusätzliche Photosynthese-Enzyme erzeugt.

„Je mehr wir den Code der lebenden Organismen um uns herum aufdecken, desto mehr staunen wir über seine Eleganz und Komplexität, die durch Milliarden von Jahren der Evolution geschaffen wurden.“

Außerdem modifizierten die Wissenschaftler des Unternehmens die Gene der Pflanze so, dass diese keine Samen oder Pollen bildet. Allergiker können die „Superpflanze“ Neo P1 also auch bedenkenlos nutzen.

Bereits im kommenden Jahr sollen die ersten Kunden die Pflanze aus dem Labor für mindestens 179 US-Dollar bei Neoplants vorbestellen können. Wann die Käufer ihre Pflanzen erhalten werden, hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben.

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