Einsatz in Kalifornien

Genetisch veränderte Gelbfiebermücken sollen Tierart ausrotten

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • In Kalifornien werden genetisch veränderte Gelbfiebermücken freigesetzt
  • Diese soll aus Süd- und Mittelamerika eingewanderte Mücken ausrotten 
  • Kritiker befürchten eine unkontrolliere Ausbreitung des modifizierten Gens

In Kalifornien werden genetisch veränderte Gelbfiebermücken in der Natur freigesetzt werden, um eine unerwünschte Tierart auszurotten. Kritiker befürchten Folgen für das Ökosystem.

Los Angeles (U.S.A.). Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) sind potenziell gefährlich für den Menschen, weil sie Gelbfieber, Zika-Fieber, Dengue-Fieber und andere Viruserkrankungen übertragen können. Laut einem Bericht der Los Angeles Times ist es in Kalifornien bisher noch zu keinem derartigen Ansteckungsfall gekommen. Die Environmental Protection Agency (EPA) hat trotzdem einem Experiment zugestimmt, das die lokalen Populationen von Gelbfiebermücken präventiv ausgerotteten soll. Diese sind in den letzten Jahren aus Süd- und Mittelamerika in die U.S.A. eingewandert.

Um die Mücken in der Umwelt auszurotten, werden genetisch modifizierte Gelbfiebermücken mit der Kennung OX5034 freigesetzt. Das britische Biotechnologieunternehmen Oxitech züchtet dazu männliche Insekten, die die weiblichen Gelbfiebermücken befruchten sollen.

Ausrottung von Gelbfiebermücken in Kalifornien

Weiblicher Nachwuchs ist laut dem Unternehmen nicht lebensfähig. Männliche Nachkommen soll hingegen überleben können, sich vermehren und dabei die modifizierte DNA weitergeben. In einigen Generationen würde dies dafür sorgen, dass die Gelbfiebermücken in Kalifornien aussterben.

Vermischung mit anderen Mückenpopulationen

Oxitech hat zuvor Mücken mit dem künstlichen „Selbsteinschränkungsgen“ in Brasilien getestet. Dort infizierten weibliche Gelbfiebermücken durch einen Stich regelmäßig Menschen mit unterschiedlichen Viruserkrankungen.

Kritiker des Experiments befürchten jedoch, dass die Freisetzung der genetisch modifizierten Mücken zu einer Vermischung mit weiteren Populationen führen könnte. Dies würde zu einer unkontrollierbaren Verbreitung des neuen Gens führen und könnte kaum abschätzbare Folgen für das Ökosystem auslösen.

Hybride Mückenarten

Laut Biologen könnten im schlimmsten Fall so hybride Mückenarten entstehen, die deutlich resistenter gegen die üblichen Abwehrmethoden ist. Laut Oxitech ist eine weite Verbreitung der modifizierten DNA jedoch nicht wahrscheinlich, weil die weiblichen Tiere sterben und die männlichen Gelbfiebermücken anfälliger für Pestizide sind.

Zudem haben die Wissenschaftler des Unternehmens die DNA so modifiziert, dass die Tiere bei einer speziellen Lichtwellenlänge leuchten. Mücken, die die veränderte DNA aufweisen, können so leicht identifiziert werden.

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