Hunderasse

Französische Bulldogge durch Zucht besonders krankheitsanfällig

Robert Klatt

Die Französische Bulldogge kann aus gesundheitlicher Sicht kaum noch als „typischer Hund“ bezeichnet werden. Besonders das Risiko für verengte Nasenlöcher (40x) und Atembeschwerden (30x) ist im Vergleich zu anderen Hunden stark erhöht.

London (England). In Deutschland gehören Französische Bulldoggen mit ihren kugeligen Augen, großen aufrechtstehenden Ohren und der platten Schnauze besonders bei Frauen zu den beliebtesten Hunderassen. Im Vergleich zu anderen Hunderassen leiden Französische Bulldoggen jedoch oft unter Problemen mit dem Bewegungsapparat, Atemschwierigkeiten und Entzündungen der Haut.

Neben Möpsen gehören Bulldoggen zu den bekanntesten kurzköpfigen Hunderassen (brachycephalen). Die Tiere fallen also primär durch ihre platt gedrückte Schnauze auf. Diese führt oft zu Problemen mit der Temperaturregulation, weil die Wärme nur schlecht über die Nase abgegeben werden kann. Oft führt dies zu einem permanenten Hecheln, das nötig ist, um eine Überhitzung zu verhindern.

Hohe Anfälligkeit für Krankheiten

Wissenschaftler vom Royal Veterinary College (RVC) haben nun untersucht, wie anfällig die Französischen Bulldogge im Vergleich zu anderen Rassen bei typischen Hundekrankheiten ist. Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Canine Medicine and Genetics analysierten sie dazu die Häufigkeit von 43 Beschwerden anhand von Daten von Tierarztpraxen. Französische Bulldoggen sind demnach für 20 Beschweren anfälliger als andere Hunderassen. Elf Beschwerden treten bei ihnen hingegen seltener auf.

Gesundheit der Französischen Bulldogge

Das Risiko für eine Reihe von Krankheiten ist bei der Französischen Bulldogge laut der Analyse stark erhöht, darunter verengte Nasenlöcher (40x), Atembeschwerden (30x), Atembeschwerden (14x) und Atembeschwerden (11x). Auch das Risiko für Übergewicht und Lahmen ist bei der Französischen Bulldogge hoch.

Insgesamt unterscheidet sich die Gesundheit der Rasse signifikant von anderen Hunderassen. Die Französische Bulldogge kann laut den Autoren aus gesundheitlicher Sicht deshalb kaum mehr als „typischer Hunde“ bezeichnet werden.

Körperform fördert Krankheiten

Ein Großteil der beobachteten Störungen wird bei der Französischen Bulldogge unmittelbar durch die extremen Körperformen ausgelöst. Die Anfälligkeit für Krankheiten und Gesundheitsprobleme kann demnach nur verringert werden, wenn die Anforderungen an die körperlichen Merkmale in der Zucht sich ändern. „Um das typische Aussehen der Französischen Bulldogge im Laufe der Zeit sinnvoll zu verändern, müssen die Züchter und die Zuchtverbände, die Zuchtstandards veröffentlichen, mitziehen“, erklärt Dan O'Neill.

Die Verantwortung liegt dabei auch bei den Hundehaltern, die durch Kaufentscheidungen für Tiere mit weniger extremeren Körperformen die Zucht in eine andere Richtung lenken könnten. „Wir appellieren an potenzielle Besitzer und Züchter, Zucht- und Kaufentscheidungen bei Französischen Bulldoggen sorgfältig zu überdenken und Gesundheitstests, evidenzbasierte Quellen und Expertenrat in Anspruch zu nehmen“, erklärt Bill Lambert vom Dachverband der Hundezüchter.

Canine Medicine and Genetics, doi: 10.1186/s40575-021-00112-3

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