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Listenhunde

Aktuelle Beißstatistik belegt Versagen der Rassenliste für Hunde

Auf Anfrage legt das Innenministerium die aktuelle Beißstatistik von Hunden im Bundesland Hessen offen: Es zeigt sich erneut, dass eine Rassenliste nichts über die Gefährlichkeit eines Hundes aussagt.

Sulzbach (Deutschland). Auf Anfrage der Fraktion Die Linke veröffentlicht das Innenministerium die Beißstatistik für das Bundesland Hessen für den Zeitraum 2016 und 2017. Demnach wurden insgesamt 297 bzw. 309 Menschen in den vergangenen zwei Jahren im Raum Hessen von Hunden verletzt. Lediglich 35 bzw. 37 der rund 300 Hunde sind sogenannte Listenhunde und stehen auf der Rasseliste. Auf der Rasseliste, die von Bundesland zu Bundesland abweichen kann, stehen derzeit 21 Hunderassen.

  • Alano
  • American Bulldog
  • (American) Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Bandog
  • Bullmastiff
  • Bullterrier
  • Cane Corso/Cane Corso Italiano
  • Dobermann
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Kangal
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Mastiff
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Perro de Presa Canario
  • Perro de Presa Mallorquin
  • Rottweiler
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tosa Inu

„Die aktuellen Beißstatistiken belegen erneut ein klägliches Versagen der Rasseliste, die lediglich eine Scheinsicherheit vorgaukelt, denn die Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich nicht durch seine Rassezugehörigkeit begründen“, so der Leiter Tierschutz Inland bei der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Mike Ruckelhaus. „Seit über zehn Jahren stagnieren die Zahlen der Beißvorfälle auf einem hohen Niveau und ein signifikanter Rückgang ist trotz Rassenliste nicht in Sicht. Dennoch zeigt sich die Landesregierung beratungsresistent und hält weiter an der umstrittenen Liste fest, obwohl der Anteil der Nicht-Listenhunde an den Beißvorfällen jedes Jahr bei etwa 90 Prozent liegt.“

Hundeführerschein und Chip-Registrierungspflicht

Bereits im Juni hat der Landtag mit den Stimmen der Regierungsparteien die gesetzliche Möglichkeit zur Regelung zum Hundeführerschein und zur Chip-Registrierungspflicht geschaffen. Dennoch schein eine zeitnahe Umsetzung unrealistisch. Nach eigenen Angaben plant das Innenministerium hierzu zunächst die Einrichtung einer Arbeitsgruppe. Da die Landesregierung jedoch schon jetzt einen Sachkundenachweis nur für bestimmte Hunde vorsieht und eine Ausweitung auf alle Hunde ablehnt, scheint es ihr mit durchgreifenden Verbesserungen bei der Prävention von Hundebissen nicht sehr ernst zu sein“, so Ruckelshaus.

Im Namen der Tierschutzorganisation fordert Ruckelshaus mit Nachdruck die Abschaffung der Rassenliste, eine schnelle Einführung des Hundeführerscheins und die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle in Hessen gehaltenen Hunde. Nur so könne man in Zukunft der Zahl der von Hunden gebissenen Menschen senken.

3 Kommentare

Alexandra Bille
Das Problem wird sich auch mit Hundeführerschein nicht lösen lassen. Das Problem ist das obere Ende der Leine und die damit verbundene Verantwortung vorausschauend zu agieren. Ich führe nachweislich und durchgängig seit 30 Jahren Hunde... meist mehrere gleichzeitig. Ich als Hundeführer sollte die Eigenheiten meiner Hunde kennen und mich danach verhalten. Momentan habe ich 4 Hunde.... einer ist zu 98% abrufbar, einer zu 95%, einer zu 50% und einer gar nicht... einer ist eine schwierige Mischung zwischen HSH und SH.... mit dem gehe ich nur sehr früh oder sehr spät. Leine bei jedem Hund um die Hüfte gebunden. So kann ich sie auch im Falle eines Sturzes nicht verlieren. Im Ort Leine immer kurz und Hund auf der Innenseite - so kann ich ihn zur Not auch an eine Hecke oder Hauswand drücken. Und im Feld sofort bei Sichtkontakt von Menschen alle anleinen, in der Brut-und Setzzeit generell nur an der Leine und ganz wichtig - ich hasse Flexileinen!
Ich bin öfter von Kleinhunden angepöbelt worden, ebenso meine Hunde. Denn die haben meist überhaupt keine Erziehung oder Führung.
Im Da ich aktiv in TS arbeite und auch oft Hunde auf Pflege bei mir habe, hatte ich den so genannten 11er gemacht - in Hessen im Kreis Bergstraße. Bereits wenige Kilometer weiter - im Odenwaldkreis wurde er nicht anerkannt. Da muss eine einheitliche bundesweite Regelung her!
Judith
Ich finde einen Hundeführerschein wirklich gut, noch wichtiger wäre aber, ein Theroriekurs VOR Uebernahme/Kauf eines Hundes. Hatten wir bei uns in der Schweiz und bei vielen, hatte sich nach dem Theoriekurs die Uebernahme eines Hundes erledigt. Ohne diesen Theoriekurs für Ersthundehalter, war ein Kauf oder Uebernahme verboten!
Alberto
Sicherlich sind kleine Hunde oft weniger "erzogen" als große, aber wenn ich die Wahl hätte welcher Hund mich attackiert, wähle ich lieber einen frechen Dackel statt eines frechen Rottweilers.
Beide können verletzen aber unterschiedlich schwer.
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