Gattung Pseudopoda

99 neue Riesenkrabbenspinnen entdeckt

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • In Süd-, Ost- und Südostasien haben Forscher 99 neue Arten der Gattung Pseudopoda entdeckt
  • Die in Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Thailand und Vietnam lebenden Spinnen machen die Gattung Pseudopoda innerhalb der Riesenkrabbenspinnen damit zu größten Gruppe

Forscher haben 99 neue Spinnenarten der Gattung Pseudopoda (Riesenkrabbenspinnen) in Süd-, Ost- und Südostasien entdeckt.

Frankfurt am Main (Deutschland). Laut dem World Spider Catalog (WSC) des Naturhistorischen Museum Bern sind mehr als 50.000 Spinnenarten bekannt, darunter auch sieben Arten der Riesenkrabbenspinnen-Gruppe Pseudopoda, die Dr. Peter Jäger erst im Jahr 2000 entdeckt hat. Nun hat ein Team um den Spinnenforscher vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt 99 neue Arten aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen in Süd-, Ost- und Südostasien identifiziert.

Laut der Publikation im Fachmagazin Megataxa stammen die Neuentdeckungen aus Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Thailand und Vietnam. Die 99 Spinnenarten konnten die Forscher anhand ihrer äußeren Unterschiede als neue Spezies beschreiben. Laut Jäger erfolgten zudem genetische Analysen.

„In allen Fällen, in denen Material zu einer genetischen Analyse vorlag, konnten molekulare Untersuchungen unsere Hypothesen unterstützen. Für 21 weitere Arten werden neue Verbreitungspunkte und Fotos der – für die Bestimmung wichtigen – Spinnengenitalien publiziert.“

1.300 Riesenkrabbenspinnen bekannt

Als Jäger die Riesenkrabbenspinnen-Gattung Pseudopoda im Jahr 2000 entdeckte, waren weltweit unter 900 Arten der Familie Sparassidae (Riesenkrabbenspinnen) bekannt. Inzwischen ist die Anzahl deutlich höher.

„Heute sind mehr als 1.300 Arten dieser Familie beschrieben. In den letzten Jahren wurde zudem eine überproportional hohe Diversität einiger Gattungen dieser Familie festgestellt. Eine dieser ‚megadiversen‘ Gattungen ist Pseudopoda. Bereits vor der neuesten Arbeit war Pseudopoda die drittgrößte Gattung innerhalb der Riesenkrabbenspinnen und die zweitgrößte Gattung innerhalb der Unterfamilie Heteropodinae.“

Dank der 99 neuentdeckten Arten ist die Gattung Pseudopoda innerhalb der Riesenkrabbenspinnen die größte Gruppe. Zudem sind Riesenkrabbenspinnen die zwölftgrößte Spinnengattung überhaupt.

Hohe Anfälligkeit für Umweltveränderungen

Die kleinen Lebensräume der Pseudopoda-Arten sorgen laut Jäger dafür, dass diese anfällig für Umweltveränderungen sind.

„Die meisten der Pseudopoda-Arten weisen nur sehr kleine Verbreitungsgebiete auf, da sie nicht in der Lage sind sich mit dem Wind verdriften zu lassen – wie einige andere Spinnenarten es praktizieren. Die Spinnen benötigen Wälder mit einer Laubschicht, dabei haben wir sowohl Arten an der Küste als auch in Höhen von über 3.800 Metern gefunden.“

Zudem weist der Wissenschaftler darauf hin, dass der Schutz der Arten und ihrer Lebensräume essenziell dafür ist, die komplexen Ökosystem zu erhalten.

„Unsere Studie zeigt, dass die tatsächliche Zahl der Pseudopoda-Arten viel höher ist als es bekannt war. Das unterstreicht eine der Kernkompetenzen von Senckenberg: Beschreibung der biologischen Vielfalt als Basis für Schutzmaßnahmen zu ihrer Erhaltung. Wir dürfen potenzielle weitere Arten nicht durch Lebensraumzerstörung verlieren – jede Art hat ihre Aufgabe im komplexen Ökosystem!“

Megataxa, doi: megataxa.9.1.1

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